Wieder nichts!

Lübeck – Es soll nicht sein. Der TSV Travemünde kommt einfach nicht in der 2. Bundesliga an. Auch gegen die SG H2Ku Herrenberg mussten sich die Raubmöwen mit 22:25 (12:14) geschlagen geben. Es war die fünfte Niederlage im fünften Spiel. Sorge macht dabei vor allem der Umstand, dass mit Herrenberg wieder vor heimischer Kulisse von 190 Zuschauern gegen einen Aufsteiger verloren wurde. Bereits zum Saisonauftakt gab es gegen den TSV Haunstetten ein 21:22.

„Heute hat die Mannschaft gewonnen, die es mehr wollte“, kommentierte Trainer Thomas Kruse nach dem Schlusspfiff. Und Kruse sparte auch nicht mit selbstkritischen Worten: „Wir alle, auch ich, müssen uns hinterfragen, ob wir wirklich alles dafür tun, in dieser Liga zu bestehen. Wir können es nur schaffen, wenn wir wirklich als ein einheitliches Team auftreten.“

Kruses Gegenüber Hagen Gunzenhauser war nach dem Auswärtscoup verständlicherweise heilfroh über den zweiten Saisonsieg: „Die Vorzeichen waren alles andere als günstig, wir mussten mit einer Rumpftruppe antreten. Das Spiel hätte definitiv anders laufen können, wenn Travemünde seine gute Anfangsphase besser genutzt hätte. Wir konnten uns schnell auf den starken Rückraum, hier vor allem Laura Riehl und Franziska Haupt, einstellen. Uns kam die fehlende Travemünder Flexibilität entgegen. In der Pause habe ich meinen Spielerinnen klar gemacht, dass, je länger diese Partie dauert, unsere Chancen steigen. Wir haben heute sehr effektiv gespielt.“

Die von Gunzenhauser angesprochene Rückraumlastigkeit tritt bei Betrachtung der Torstatistik deutlich hervor: Bis auf einen Treffer durch Annika Jordt vom Kreis verteilte sich der Rest auf ausnahmslos den Rückraum mit Laura Riehl, Franziska Haupt und Frederikke Lærke.

Das Handballerinnen von der Ostsee waren nach der frustrierenden Reise nach Halle/Saale, die nach jetzigem Stand mit einer Niederlage am „Grünen Tisch“ endete, hochmotiviert und wussten, dass heute unter allen Umständen ein Sieg her musste.

Und Leonie Wulf und ihre Mitspielerinnen schienen ihr Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzen zu wollen. Nach vielversprechenden Beginn – es trafen Laura Riehl aus dem Rückraum sowie Franziska Haupt per Siebenmeter - verpasste der TSV eine höhere Führung. Diese war mehrfach möglich. Doch unter anderem ein verworfener Siebenmeter (Vivien Bartlau, 5.) und weitere freie vergebene Versuche waren Ursache für die zwischenzeitlichen Rückstände von 2:5 (10.) und 4:7 (13.). Beim Stande von 6:8 (19.) kam es zum ersten Wechsel. Für Annika Jordt rückte Leonie Wulf an den Kreis. Frederikke Lærke kam im linken Rückraum zum Einsatz. Dieser währte allerdings keine zehn Sekunden, denn die Dänin handelte sich gleich mit ihrer ersten Abwehraktion eine Zeitstrafe ein.

Dass dann zusätzlich die bis dahin treffsicherste Raubmöwe Laura Riehl (fünf Tore bei fünf Versuchen) mit Schulterproblemen für mehrere Minuten aus dem Spiel genommen werden musste, bedeutete einen weiteren Rückschlag. Dennoch kämpfte sich das Kruse-Team nach Toren von Annika Jordt (mittlerweile wieder am Kreis eingesetzt) und zwei Mal Franziska Haupt vom 8:11-Rückstand (24.) bis zum 11:11 (26.).

Von einer Wende konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch keine Rede sein, denn Herrenberg zog sofort wieder auf drei Tore davon. Immerhin verkürzte Frederikke Lærke mit einem Aufsetzer zum 12:14-Halbzeitstand.

Auch in der zweiten Hälfte fand die Travemünder Abwehr nur selten Mittel gegen die körperlich robusten Gäste. Die SG H2Ku präsentierte sich heute zudem in der Tat als sehr effektive Mannschaft. Zwar schafften es die Raubmöwen wieder bis zum Ausgleich (15:15, 37.), waren aber erneut nicht in der Lage, selbst in Führung zu gehen und diesem Duell in der Schlussphase ihren Stempel aufzudrücken.

Es war nicht so, dass sich die Gäste aus Baden-Württemberg vorentscheidend absetzen konnten, doch die Nachlässigkeiten sowohl im Passspiel und nicht zuletzt in der Chancenauswertung waren irgendwann nicht mehr geradezubiegen. So war Herrenberg stark genug, den Ein- bis Drei-Tore-Vorsprung recht sicher über die Zeit zu bringen. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung sogar fünf Treffer (20:25, 59.).

Am kommenden Samstag geht es nach Mainz zum 1. FSV 05. Die Mainzerinnen sind den Raubmöwen noch in guter Erinnerung. Denn im Abstiegsjahr vor zwei Jahren war der 1. FSV das einzige Team, dass nicht gegen Travemünde gewinnen konnte.

Die Raubmöwen spielten mit: Vogel, Kranich – Wulf, Bartlau, Krey, Stammer, Riehl (10), Naleschinski, Schmidt, Jordt (1), Stapelfeldt, Haupt (6/1), Lærke (5), Wessoly.
 
 
 
 

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