„Wie eine große Wundertüte“

Lübeck. Punkt elf Uhr ist es heute soweit. Travemündes Handball-Frauen starten in ihr Abenteuer 3. Liga. Abflug der „Raubmöwen“ zum ersten Punktspiel in Oyten. 22 Spiele bis April 2016 — für Trainer Olaf Schimpf ist es „wie eine große Wundertüte“. Denn nach dem sang- und klanglosen Zweitliga- Abstieg haben sich Travemündes Frauen neu erfunden. Trainer, Team, Umfeld, Manager — alles neu. Einzig Malin Stammer ist geblieben.

Um die 19-Jährige schart sich neben drittligaerfahrenen Neuzugängen nun die A-Jugend des Kooperationspartners VfL Bad Schwartau. „Als die Anfrage aus Travemünde kam, waren die Mädels die treibende Kraft. Sie drängten darauf, es zu machen“, erklärt Schimpf, der nun mit dem jüngsten Team („der Schnitt liegt unter 18 Jahren“) aller Drittligisten am Start ist. Manschetten hat er davor nicht: „Wir sind ja nicht die erste Mannschaft, die das macht. Leverkusen, Blomberg, Leipzig — sie alle sind mit Junior-Teams dabei.“ Ja, seine Mädels seien jung, „aber sie haben Potential, sind gut ausgebildet. Die 3. Liga ist für sie nun der nächste Schritt.“

Im niedersächsischen Oyten betreten sie heute ab 15 Uhr Neuland. „Das ist eine solide, eingespielte Truppe, alles andere als Laufkundschaft“, weiß Schimpf, der nach den guten Tests in der Vorbereitung aber optimistisch und vor allem gespannt ist, „wie sie das auf die Platte bringen“. Das Saisonziel sei allerdings klar: „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.“ Wenn das dann aber erst am letzten Spieltag gelinge, „ist das auch in Ordnung“.

Auch das passt zu den neuen Raubmöwen: Zum ersten Auswärtsspiel geht es statt mit dem Bus in Privat-Pkws, vornehmlich jenen der Eltern, die sich schon auf die Heimspiel-Premiere freuen — am kommenden Sonnabend kommt Nord Harrislee zum Schleswig-Holstein-Duell an den Steenkamp.
 
 
 
 

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