Wechselbad der Gefühle bringt Raubmöwen Punktgewinn

Minden – Es war ein Wechselbad der Gefühle, es war ein einziges Auf und Ab. Am Ende durften sich die Handballerinnen des TSV Travemünde dennoch freuen. Beim 31:31 (17:17) beim HSV Minden-Nord erkämpften sie sich in den Schlussminuten einen mehr als verdienten Punkt. Sechs Minuten vor dem Ende hatten sie noch mit vier Toren zurück gelegen. Beste Werferin auf Travemünder Seite war Lara Fischer (Foto) mit elf Toren.

Der Raubmöwen-Express brauchte mal wieder ein paar Minuten, um in Fahrt zu kommen. Nach 128 Sekunden lagen die Gastgeberinnen mit 3:1 vorne und bauten den Vorsprung danach weiter aus. Rahel Rodehau erzielte in der achten Minute das 6:2. Dann aber kamen die Raubmöwen heran. Drei schnelle Tore von Jamila Popiol und Pia Dalinger führten zum 5:6 (10.).

Es folgte ein einziges Auf und Ab, weil die Torhüterinnen keine Bälle zu fassen bekamen. Minden zog wieder auf 10:7 davon (13.) und im Anschluss pendelte sich der Vorsprung bei zwei bis drei Toren für die Gastgeberinnen ein. Allerdings ließen die Raubmöwen zahlreiche Chancen liegen und verpassten so lange den Ausgleich. Erst kurz vor der Pause gelang dank eines Doppelschlags von Dalinger und Popiol der 17:17-Ausgleich – gleichzeitig der Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Raubmöwen dann das erste Mal in Führung. Dalinger traf zum 19:18 (33.). Doch weil die Torhüterinnen der Raubmöwen einfach keine Bälle zu fassen bekamen, drehte Minden das Spiel wieder zu seinen Gunsten. Maren Grintz sorgte per Doppelpack mal wieder für eine Drei-Tore-Führung (23:20/42.). Imke Viering markierte gar das 26:22 (49.).

Doch die Raubmöwen zeigten Moral, kämpften sich heran – Fischer zum 24:26 (51.). Jeoch erneut gelang dem HSV ein Doppelschlag, diesmal in Person von Anna Giuruki, zum 28:24 (52.). Die Partie schien damit entschieden, zumal Travemünde in den Folgeminuten nicht heran kam. Sechs Minuten vor Schluss markierte Kathrin Hill das 30:26 für Minden, sehr zur Freude der Mehrzahl der 180 Zuschauer – an ein Comeback der Raubmöwen glaubte niemand mehr.

Außer die Mannschaft selbst: Travemünde setzte in den Schlussminuten nochmal ungeahnte Kräfte frei. Erst trafen Fischer und Lara Kieckbusch zum 28:30 (56.), dann sorgte Fischer mit einem Doppelpack für das knappe 30:31 (59.) - Auszeit Minden. Doch der Aufsteiger wurde nervös und die Raubmöwen bekamen noch mal ihre Chance. Mit Willen und mit Moral erzwangen sie dann tatsächlich den Ausgleich. Freya Welchert traf 13 (!) Sekunden vor dem Ende zum 31:31, sehr zur Freude der mitgereisten Travemünder Fans und sicherte ihrer Mannschaft den verdienten Punkt.

Dass der Zähler verdient war, sieht auch Co-Trainer Thomas Hartstock so: „Den Punkt haben sich die Mädels verdient. Sie haben eine unglaubliche Moral und einen unglaublichen Kampf gezeigt. Der Punkt ist dann am Ende die Belohnung dafür, dass sie nie aufgegeben haben. Allerdings wäre mehr drin gewesen, doch leider haben unsere Torhüterinnen kaum Bälle zu fassen bekommen. Vielleicht wäre mehr drin gewesen, aber sechs Minuten vor dem Ende war mit dem Zähler nicht unbedingt mehr zu rechnen. Umso größer ist nun die Freude".

Nun hat der TSV eine Woche Zeit, sich auf ein weiteres Duell mit einem direkten Konkurrenten vorzubereiten. Am kommenden Samstag geht es zur 2. Mannschaft des VfL Oldenburg.

Raubmöwen spielten mit: Lange, Pooch, Patalas – Fischer (11 Tore/3), Reich (1), Nicolai (4), Adamczewska (1), Riesner, Karau, Kieckbusch (2), Welcher (2), Dalinger (7/3), Popiol (3), Frauenschuh
 
 
 
 

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