Trotz Niederlage: Ein Lichtstreif am Raubmöwen-Himmel

Buchholz in der Nordheide – Als krasser Außenseiter traten die Zweitliga-Handballerinnen des TSV Travemünde die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison an. Trotz der erst in den Schlussminuten so deutlich zu Stande gekommenen 15:23 (9:13)-Niederlage zeigten die Raubmöwen das Gesicht, das sie in dieser Saison zu häufig vermissen ließen. Es war richtig, sich im Vorfeld nicht zu sehr an ergebnistaktischen Vorhaben festzuklammern, sondern sich auf sich selbst und eine überzeugende Leistung zu besinnen. Es war längst noch nicht alles gut, die hohe Fehlerquote setzte sich auch in Buchholz fort. Aber es gab dennoch die positiven Erkenntnisse, nach denen der TSV zuletzt immer wieder vergeblich suchte.

Den nach der bitteren Niederlage gegen Rödertal beschlossenen Verzicht auf eine Zweitligameldung für die kommende Saison will die Mannschaft um das Trainergespann Thomas Kruse/Tanja Volkening so einfach nicht akzeptieren. Kruse nach dem Spiel: „Um solche Belange kümmert sich das Umfeld, wir sind für den sportlichen Teil zuständig. Und heute haben meine Spielerinnen bewiesen, dass sie sich noch lange nicht aufgegeben haben. Für mich war heute wichtig, dass die Mannschaft gerade in der Abwehrarbeit genau die Aufgaben umsetzt, die wir ihr mit auf den Weg gegeben haben. Und das hat sie trotz der zwischenzeitlich vorgegebenen und ungewohnten 5:1-Variante sehr gut umgesetzt."

Die erste Viertelstunde gehörte den Raubmöwen. Die 630 Zuschauer in der Nordheide-Halle in Buchholz wurden Zeuge, wie der Tabellenletzte couragiert und einsatzfreudig wie lange nicht mehr agierte. Travemünde führte mit 6:3 und hatte sich dieses positive Zwischenergebnis auch verdient.

Vor allem in der Abwehr spielten die Raubmöwen konzentriert und packten an den richtigen Stellen zu. Besonders aufmerksam präsentierte sich Nina Schmidt, die gleich zwei Mal einen Rosengartener Pass abfing und zwei erfolgreiche Angriffe einleitete. Und wenn der Ball dann doch durchkam, war Mareike Vogel oftmals Endstation. Neun gehaltene Bälle in dieser Anfangsphase sprachen für sich.

Zu einem gänzlich erfolgreichen Spiel gehört allerdings auch ein funktionierender Angriff. Und hier standen die Raubmöwen den erstaunlich nervösen Luchsen in nichts nach. Die Nervosität der SGH Rosengarten-Buchholz rührte womöglich daher, dass mit einem Sieg die Tabellenspitze erklommen werden konnte. Denn kurz zuvor kam Klassenprimus Dortmund nicht über ein 25:25 in Rödertal hinaus. Dennoch setzte sich bis zur Pause die in den letzten Wochen und Monaten erworbene Cleverness durch; die Gastgeberinnen gingen mit einem 13:9 in die Kabinen.

Doch wie anfangs schon erwähnt: Vor dem Spiel lag die Travemünder Priorität nicht im Ergebnis, sondern vielmehr darin, sich anders zu präsentieren als in der jüngeren Vergangenheit. Die Mädels von Thomas Kruse mussten sich in Sachen Einstellung heute nichts vorwerfen lassen. Zudem hielten sie den Abstand zum haushohen Favoriten in Grenzen und waren gewillt, dieses Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Auch hier trug Mareike Vogel mit grandiosen 24 Paraden einen großen Teil dazu bei.

Im Angriff haperte es weiterhin, bei einer besseren Ausbeute wäre sogar eine kleine Sensation möglich gewesen. So aber setzte sich Rosengarten in den letzten Minuten doch noch (zu) deutlich durch. Das ändert natürlich nichts daran, dass das Birkner-Team als verdienter Sieger aus dieser Partie hervor ging.

Die stark verbesserte Travemünder Abwehrarbeit und nicht weniger das ganz andere Auftreten der Raubmöwen waren ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der zweite soll dann am kommenden Samstag am heimischen Steenkamp gegen den SV Union Halle-Neustadt folgen.

Der SGH Rosengarten-Buchholz gratulieren wir zum Sprung nach ganz oben.

Die Raubmöwen spielten mit: Vogel, Kranich – Wulf (4) , Bartlau (1), Krey (2/1), Schmidt (2), Jordt (2), Haupt (3), Lærke, Wessoly (1
 
 
 
 

Zurück