Travemünde zeigt Zweitliga-Reife

Absoluter TSV-Aktivposten im Ostseederby: Laura Riehl überzeugt als neunfache Torschützin und kompromisslose Abwehrspielerin. © Felix König
Lübeck - Lange Zeit wogte das Derby-Geschehen vor 300 Fans am Steenkamp hin und her. Doch am Ende war es wie (fast) immer in dieser Drittliga-Spielzeit: Travemündes TSV-Frauen feierten als Spitzenreiter mit einer beeindruckenden Energieleistung und starkem Teamwork ein 36:30 (17:17) im Rückspiel gegen die TSG Wismar und machten das 28:32 aus der Hinrunde mehr als vergessen.

So musste TSG-Coach Roland Frank nach der mit 13:19 verlorenen zweiten Halbzeit und der ersten Niederlage nach zuletzt fünf Siegen einräumen: „Wir sind heute nicht gut aus der Kabine gekommen und haben verdient, aber vielleicht ein paar Tore zu hoch verloren.“ Sein ausnahmsweise fast rundum zufriedener TSV-Kollege Thomas Kruse bilanzierte mit einem Lächeln: „Neben unserer geschlossenen Mannschaftsleistung war unser größtes Plus wieder einmal die starke Physis, dank der wir auch zum Ende hin noch einmal ordentlich zulegen konnten.“

Und — entgegen sonstiger Gepflogenheiten — sprach er seiner neunfachen Torschützin Laura Riehl ein dickes Extra-Lob aus: „Sie hat heute im Angriff mit fast immer richtigen Entscheidungen und konsequenten Abschlüssen herausgeragt und auch in der Abwehr über volle 60 Minuten eine absolute Top-Leistung gebracht.“

In der Tat war es neben Frederikke Lærke und Leonie Wulf vor allem der „halblinken“ Möllnerin Riehl zu verdanken, dass die konsequente TSG-Manndeckung gegen Travemündes Topscorerin Franziska Haupt ihre über ein 7:9 (16.) und 9:11 (20.) noch bis zum 17:17-Pausenstand durchaus sichtbare Wirkung zusehends verlor. Ein weiterer Pluspunkt aus TSV-Sicht war die Hereinnahme von Lina Pooch, die Charline Röhr nach 43 Minuten im Tor ablöste und mit zwei gehaltenen Siebenmetern ihren Part zur geglückten Derby-Revanche beisteuerte.

Nach dem 18. Saisonsieg ging es in der Kabine der „Raubmöwen“ sogar noch etwas feucht-fröhlicher zu als sonst, da Kapitänin Wulf auf ihren 24. Geburtstag mit dreierlei Kuchen und ein paar Bierchen anstoßen ließ. „Das war zwar eine etwas ungewöhnliche Kombination, hat aber gut geschmeckt und Spaß gemacht“, verriet der Coach.

Die Zweitliga-Rückkehr wurde dabei allerdings noch nicht gefeiert, obwohl Travemünde außer von Leipzig II, Frankfurt II und Buxtehude II, die allesamt nicht aufsteigen dürfen, von keinem Verfolger mehr eingeholt werden kann.

Denn Kruse sagt: „Eventuell müssen wir noch eine Relegation spielen, sollten wir am Ende nicht Meister sein.“ Auch Teammanager Frank Barthel, der in dieser Woche die Lizenzierungs-Unterlagen komplettieren will, betont: „Wir müssen das mit der etwaigen Relegation noch prüfen. Aber eigentlich wollen wir sowieso als Meister aufsteigen.“ Der letzte Schritt zum Titel soll am 5. April im Heimspiel gegen Leipzig gemacht werden.

Das Ostseederby in der Statistik TSV Travemünde: Röhr, Pooch (ab 43.) - Riehl (9), Lærke (8/3), Wulf (5), Haupt (5/3), Kieckbusch (4), Naleschinski (3), Wessoly (2), Krey, Stammer, Schmidt.

Beste Werferinnen TSG Wismar: Wolter, Tegler (je 5), Pinkohs (5/2), Yermachek (5/4).

Zeitstrafen: TSV 4 - TSG 4. Siebenmeter: 6/6 - 6/8.

Spielfilm: 2:0 (4.), 3:2 (7.), 5:4 (11.), 6:7 (13.), 7:9 (17.), 11:12 (21.), 14:14 (25.), 17:17 (30.) - 20:17 (33.), 24:20 (39.), 27:22 (44.), 30:24 (53.), 34:27 (57.), 36:30 (60.).
 
 
 
 

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