Travemünde sieht Licht im Keller

Traf siebenmal per Gegenstoß, Siebenmeter und von Außen: Vivien Bartlau gegen Steffi Neumann. © Felix König
Lübeck. Frederikke Laerke mochte in der dramatischen Schlussphase kaum noch hinsehen, hielt ihr Handtuch vors Gesicht. Erst lenkte Mareike Vogel 51 Sekunden vor dem Abpfiff einen Heber von Julia Willauer über die Latte, rettete das 28:28, dann vergab Vivien Bartlau 17 Sekunden vor Schluss das 29:28. „Direkt nach dem Abpfiff bin ich enttäuscht, dass wir einen Punkt verloren haben, es war aber ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte die Rückraumspielerin des TSV Travemünde nach dem 28:28 (13:14) im Kellerduell der 2. Handball-Bundesliga gegen den SV Allensbach.

Das Duell des Vorletzten von der Ostsee gegen das Schlusslicht vom Bodensee — es war Klassenkampf pur. Franzi Haupt (2) und Leonie Wulf brachten die „Raubmöwen“ mit 3:1 in Front, die 160 Fans am Steenkamp waren gleich auf Betriebstemperatur. Doch die „Hühner“ aus Allensbach machten schnell klar, dass sie die 900 Kilometer nicht für einen besinnlichen Adventskaffee gefahren waren. Durch Tore über Gegenstöße, die Außen und per Siebenmeter sowie viel Kampf hielten sie gegen. Nach je sieben frei vergebenen Würfen und Fehlpässen lagen die Gastgeberinnen nach 30 Minuten 13:14 zurück. „Wenn sie die Fehler abstellen, bin ich mir sicher, dass sie das Ding noch drehen“, meinte Schwartaus Torjäger Jan Schult, als er sich in der Pause eine Wurst gönnte.

Einen handballerischen Leckerbissen servierten die „Raubmöwen“auch nach Wiederbeginn nicht. Zwar brachten Laerke und Laura Riehl den TSV wieder mit 15:14 in Front, doch die Achterbahnfahrt ging bis zum Ende weiter. Insgesamt 14 Zeitstrafen und 17 Siebenmeter sprechen für die rustikale Gangart. „Es war alles drin, insofern müssen wir mit dem Punkt leben“, befand Torfrau Vogel.

„Wir können es besser, hatten aber auch viele gute Aktionen“, fand Kapitän Wulf, die nach dem ersten Heimpunkt nun wieder Licht im Tabellenkeller sieht: „Wir sind im Gegensatz zum Abstiegsjahr in der Lage, mit allen Mannschaften mitzuhalten. Wir glauben weiter fest an uns.“

Trainer Thomas Kruse, der bei den Schiedsrichtern Martin Thöne/Marijo Zupanovicde eine klare Linie vermisst hatte, ärgerte sich über den verpassten ersten Heimsieg: „Wir hätten gewinnen müssen, aber der Druck war vielleicht doch zu groß. Im Angriff hat uns die klare Linie gefehlt und in der Abwehr haben wir nicht die gewohnte Stabilität gehabt.“ Was für den Klassenerhalt fehlt? Einfach mal ein Erfolgserlebnis, damit die Birne wieder frei wird.“

Travemünde: Vogel (12 Paraden plus 1 Siebenmeter), Kranich (1 Siebenmeter) — Haupt (8/1), Bartlau (7/3), Riehl (4), Wulf (3), Wessoly (2), Naleschinski, Schmidt, Jordt (je 1), Laerke (1/1), Krey, Stammer, Stapelfeldt.

Allensbach: Neumann, Wörner — Holz (9/7), Watzke (5/2), Rothmund (5), Greinert (3), Willauer (2), Mayer, Hübner (je 2), Zogg, Bickel, Münzer, Jänisch.

Zeitstrafen: TSV 9; SVA 5.

Siebenmeter: TSV 4/5; SVA 9/11.

Spielfilm: 3:1 (6.), 4:5 (10.), 8:5 (16.), 10:10 (2.), 12:13 (28.), 15:14 (33.), 16:18 (37.), 20:19 (42.), 26:24 (53.), 26:27 (56.), 28:28 (59.).
 
 
 
 

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