Travemünde bekennt Farbe

Sechsfache TSV-Torschützin beim bitteren 26:28 im Hinspiel, Remis-Retterin im Rückspiel: Laura Riehl beweist in beiden Duellen mit Buxtehudes Erstliga-Reserve ihre individuelle Klasse.
Lübeck. Ihre vermeintlich höchsten Auswärtshürden haben Travemündes Drittliga-Handballerinnen mit dem 31:30 in Frankfurt an der Oder und dem jüngsten 31:31 (15:15) beim Buxtehuder SV II mit einem achtköpfigen Mini-Kader nahezu unbeschadet überwunden. Somit können die TSV-Frauen ihr noch sieben Partien umfassendes Restprogramm in der Ost-Staffel nach dem kommenden spielfreien Wochenende als souveräner Spitzenreiter selbstbewusst angehen.

Und so ist es auch für TSV-Trainer Thomas Kruse allerhöchste Zeit, das offizielle Saisonziel neu zu justieren. Der 45-jährige Chefcoach der „Raubmöwen“ stellt nach dem bitteren Zweitliga-Aus im Vorjahr und dem danach behutsam begonnenen Neuaufbau klar: „Jetzt werden wir offensiv mit dem Thema Wiederaufstieg umgehen.“ Was ihn aus sportlicher Sicht nach den jetzt bei den ärgsten Verfolgern geholten 3:1 Punkten rundum positiv stimmt: „Wir haben trotz extrem dünner Personaldecke unsere individuelle Klasse bewiesen, die auch für die 2. Liga ausreichen sollte.“ Und da „Stand jetzt“ bis auf Torhüterin Charline Röhr (muss eventuell studienhalber aufhören) alle aktuellen „Raubmöwen“ dem TSV wohl weiter die Treue halten, meint Kruse: „Die Torwart-Position ist zwar unsere größte Baustelle, aber ansonsten sollten wir mit drei, vier Verstärkungen auskommen. Neben einer Kreisläuferin und einer routinierten Allrounderin im Rückraum wären wir nicht böse darüber, wenn uns als Alternative oder Ergänzung zu Franzi Haupt noch eine Linkshänderin über den Weg läuft . . .“

Der verantwortliche Übungsleiter verrät weiter: „Unsere Gespräche mit dem jetzigen Personal laufen gut und sollten innerhalb der nächsten 14 Tage abgeschlossen sein. Und potenzielle Neuzugänge sind auch schon in Sicht, ohne Namen nennen zu wollen.“

Unterdessen bastelt Manager Frank Barthel am Etat für den erhofften Wiedereinzug ins nationale Handball-Unterhaus und erklärt: „In dieser Woche gehen wir mit dem TSV-Vorstand in die Details, um die Frist einhalten und die Lizenzunterlagen bis Ende März einreichen zu können.“ Dass das Saisonbudget im Aufstiegsfall von aktuell 55 000 auf 90 000 Euro aufgestockt werden müsste, sei kein Stolperstein. Barthel sagt: „Auch wenn die Volksbank nach sechs Jahren als Hauptsponsor aussteigt, sind wir zuversichtlich, einen geeigneten Nachfolger finden zu können und letzte Finanzlücken bis Ende Mai geschlossen zu haben.“

Bis dahin will auch Kruse letzte handballerische Defizite längst abgestellt wissen. Denn in Buxtehude verspielte sein toll fightendes Team im Übereifer eine scheinbar vorentscheidende 27:24-Führung und musste sich bei Laura Riehl bedanken, dass sie vier Sekunden vor Ultimo mit ihrem fünften Treffer das Remis rettete. Der TSV-Coach befindet im Rückblick: „Bei aller Freude über den Punkt: Mit so vielen technischen Fehlern und einem so zögerlichen Rückzugsverhalten wären wir in der 2. Liga kaum konkurrenzfähig.“

TSV Travemünde: Röhr — Haupt (12/6), Lærke (6), Riehl (5), Wulf, Wessoly (je 3), Schmidt, Kieckbusch (je 1), Stammer.

Zeitstrafen: BSV 4 - TSV 5; Siebenmeter: 4/5 - 6/6.

Spielfilm: 3:0 (4.), 3:1 (6.), 5:5 (13.), 6:7 (14.), 8:7 (15.), 8:9 (19.), 12:10 (22.), 15:15 (29.) - 20:20 (37.), 23:20 (42.), 24:25 (44.), 24:27 (46.), 28:30 (57.), 30:30 (59.), 31:30 (60.), 31:31 (60.).
 
 
 
 

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