Stark: „Raubmöwen“ drehen Kellerderby in Rostock

Rostock/Lübeck. Kraftakt gelungen: Im Ostsee-Kellerderby beim Rostocker HC bestätigten Travemündes Drittliga-Handballerinnen mit einem 23:18 (9:10) das 24:16 aus der Hinrunde. Mit ihrem sechsten Saisonsieg setzten sich die „Raubmöwen“ sechs Punkte von den „Dolphins“ ab und liegen als Neunter fünf Zähler vor TuS Jahn Hollenstedt-Wenzendorf, der als Drittletzter erster Regelabsteiger wäre.

Nach dem Abpfiff in der Ospa-Arena vor 170 Zuschauern räumte Rostocks Co-Trainer Philipp Heidmann ein: „Die Niederlage ist für uns ein Fiasko. Wir müssen uns auf die Oberliga einstellen.“ Sein TSV-Gegenüber Olaf Schimpf indes meinte auch im Rückblick aufs dramatische DM- Viertelfinalduell, das seine jüngsten „Raubmöwen“ 25 Stunden zuvor mit Schwartaus A-Jugend bestritten und 29:28 gewonnen hatten: „Gratulation an meine Mannschaft. In der ersten Halbzeit waren die Mädels noch ein wenig müde. Das gestrige Spiel gegen Birkenau war doch sehr emotional.“

In der Tat: In der ersten Halbzeit waren die „Dolphins“ gut drauf und erkämpften sich über ein 7:4 (19.) und ein 9:6 (24.) eine 10:9-Pausenführung. Doch nachdem Schimpf seine Sieben in der Kabine an deren Stärken im konsequenten Tempospiel erinnert hatte, drehte der TSV den Spieß nach dem Wiederanpfiff mit fünf Volltreffern — einmal Lara Kieckbusch, je zwei Doppelpacks von Marthe Nicolai und Lara Fischer (2 Siebenmeter) — zum 14:10 um. Danach agierte Rostock zumeist überhastet, während Travemünde den Vorsprung souverän verwaltete und zum Leidwesen von RHC-Trainerin Ute Lemmel, die sich zum 56. Geburtstag einen Sieg gewünscht hatte, auch das zweite Ostseederby gewann.

Nach dem kraftraubenden Doppelspiel-Wochenende freuen sich die „VfL-Raubmöwen“ nun auf die verdiente Verschnaufpause. Nicht jedoch Stefanie Schoeneberg: Das 18-jährige Powerpaket aus Trittau fuhr gestern ins DHB-Trainingslager nach Kienbaum und düst am kommenden Wochenende mit der deutschen U20-Auswahl zum Vier-Nationen-Turnier nach Teneriffa, um sich anschließend erneut in Kienbaum auf die WM-Qualifikation in Tschechien (18. bis 20.3.) einzustimmen.

Travemünde: Belgardt, Patalas — Nicolai, Hartstock, Kieckbusch (je 4), Fischer (4/4), Stammer (3), Schoeneberg (2), Dalinger, Jochims (je 1), Gläfke, Welchert, Karau, Hani.
 
 
 
 

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