Sieg in Oyten! Das erste fette Ausrufezeichen der Raubmöwen!

Oyten – „Ich bin platt!“ Das war die spontane Aussage, die Christian Görs als neuer Team-Manager der Travemünder Raubmöwen von sich gab. Nein, mit diesem Ergebnis war überhaupt nicht zu rechnen. Die komplett neu aufgestellten Travemünder Raubmöwen setzten zum Auftakt der Drittligasaison ein erstes, fettes Ausrufezeichen. Mit einem jedenfalls nicht in dieser Höhe erwarteten 30:23 (13:13)-Sieg beim TV Oyten sicherten sich die Schützlinge von Olaf Schimpf und Thomas Hartstock die beiden ersten wichtigen Punkte und einen weiteren Schub Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben.

Nach fast exakt zwei Minuten erzielte die vom SV Henstedt-Ulzburg gekommene Mirlinda Hani die 1:0-Führung und damit das erste Travemünder Saisontor. Im Vorfeld dieser Partie galt Oyten als Favorit, wobei eine Einschätzung von vornherein nicht einfach war. Bereits in der ersten Halbzeit wurde deutlich, dass die Raubmöwen in der 3. Bundesliga Nord durchaus mithalten können. Diese Begegnung verlief in den ersten 30 Minuten sehr ausgeglichen. Wenn es denn minimale Vorteile für eines der beiden Teams gab, dann mögen sie auf Seiten des TV Oyten gelegen haben. So lag er vom 8:6 (18.) bis zum 10:8 in der 21. Minute kurz vor einer ersten Dreitore-Führung. Nicht nur in dieser Phase stand mit Hanna Belgardt Travemündes Fels in der Brandung. Der TSV blieb dran und glich kurz vor der Pausensirene durch wiederum Mirlinda Hani aus.

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte wurde Hanna Belgardt dann unter Applaus aus dem Spiel genommen. Nun war es an Lorena Jackstadt, das Travemünder Tor sauber zu halten. Die Deutsche A-Jugend-Vizemeisterin (mit der HSG Blomberg-Lippe) stand Hanna Belgardt in nichts nach, beide brachten es auf je neun Paraden. „Eine starke Leistung beider Mädels“, gab es ein Riesenlob des Coaches. Und wir haben mit Hanna Patalas noch jemanden im Hintergrund, die mit 16 sogar noch fast zwei Jahre jünger ist.“

Aus Oytener Sicht konnte die Szene, in der sich Spielmacherin Denise Engelke nach knapp 45 Minuten am Knie verletzte, nicht als einer der Gründe dafür angeführt werden, dass die zweite Hälfte so eindeutig an die Gäste von der Ostsee ging. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits mit fünf oder sechs Tore geführt“, relativiert Olaf Schimpf sogleich. Mitentscheidend dafür, dass die Raubmöwen das Spiel bis zum Schlusspfiff so dominierten, war das wie schon in der Vorbereitung variable Angriffsspiel, dass den TV Oyten vor immer größer werdende und später nicht mehr lösbare Probleme stellte. Ideengeberin im Angriff war Mannschaftskapitänin Jana Gläfke (auf dem Foto beim Torwurf in einem Vorbereitungsspiel gegen Ligakontrahent TSG Wismar); vor allem deren Anspiele an Kreisläuferin Steffi Schoeneberg ließen das Oytener Publikum immer wieder staunen. „Die beiden spielen schon seit Jahren zusammen und haben das heute eindrucksvoll umgesetzt.“ Der Trainer sparte nicht an Lob; aber nicht nur für die beiden. Es war eine durchweg geschlossene Mannschaftsleistung, die Lust auf mehr macht. Zusammenfassend erklärte Olaf Schimpf: „Beim Stande von 4:4 hatten wir viele Bälle liegen lassen. Aber die Spielerinnen haben in den letzten Wochen sehr viel Selbstvertrauen getankt und gelangen so auch zu einer höheren Risikobereitschaft. Denn sie wissen alle, dass wir Fehler auf jeden Fall verzeihen.“

Einer kleiner Ausblick Schimpfs auf des ersten Heimspiel gegen den TSV Nord Harrislee am kommenden Samstag (Anpfiff am Steenkamp ist um 16.30 Uhr): „Ich denke nicht, dass Harrislee zu den Abstiegskandidaten zählt. Für mich ist diese Liga sehr ausgeglichen. Es ist auf jeden Fall beruhigend, mit zwei Punkten in die Heimpremiere zu gehen. So liegt ein nicht ganz so großer Druck auf der Mannschaft.“

Die Raubmöwen gewannen mit: Belgardt, Jackstadt – Schoeneberg (4), Gläfke (2), Stammer (2), Nicolai (3), Hartstock (5), Kieckbusch, Welchert, Dalinger, Neu (9/6), Hani (5).
 
 
 
 

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