Schade! Raubmöwen nur knapp an Überraschung vorbei

Foto: 54°/Felix König
Lübeck – Schade, da war mehr drin. Unter diesem Gesichtspunkt müssen die Travemünder Raubmöwen den ersten Spieltag verbuchen. Gegen den Meisterschaftsmitfavoriten TV Oyten zeigten die TSV-Mädels eine ansprechende Leistung, mussten sich am Ende aber knapp mit 25:27 (10:12) geschlagen geben. Beste Werferin bei den Raubmöwen war Sophia Frauenschuh mit acht Treffern.

Ultranervös begannen beide Seiten die Auftaktpartie in die neue Spielzeit. Zwar gingen die Raubmöwen nach 104 Sekunden durch Pia Dalinger in Führung, doch mit Handball hatten die ersten 13 Minuten des Spiels wenig zu tun. Technische Fehler, viel Fehlwürfe und überhastete Abschlüsse hatten sowohl die Raubmöwen wie auch die Vampires im Petto. 5:5 war so der Spielstand. Die Raubmöwen bekamen ihre Nerven zuerst in den Griff: Sophie Frauenschuh, Marthe Nicolai und Jamila Popiol erhöhten bis zur 16. Minute auf 8:5. Auszeit Oyten.

Die schien bei der Mannschaft von Sebastian Kohls Früchte getragen zu haben, denn Oyten kam nun stärker auf. Lara Kieckbusch gelangen zwar noch die Treffer zum 9:7 (20.) und 10:9 (24.), doch schließlich drehte der Favorit das Spiel. Kreisläuferin Jana Kokot traf zum 12:10-Pausenstand.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wirkte das Spiel der Gäste aus Oyten durchdachter, zielstrebiger. Die Fehlwurfquote blieb aber hoch, auch dank starker Leistungen von Travemündes Torfrauen Hannah Patalas und Lina Pooch. Dennoch gingen die Vampires in der 40. Minute erstmals mit vier Toren in Front (Jacqueline Nowak/17:13), vor allem weil offensiv oft der Zufall helfen musste, damit die Raubmöwen erfolgreich waren.

Spielerisch haperte es, defensiv war auch nicht alles Gold, was glänzte, an der kämpferischen Einstellung von Travemünde lag es aber nicht. Am eigenen Schopf zogen sich die Frauen von Christoph Nisius aus dem Sumpf und verkürzten binnen 14 Minuten von 15:19 auf 18:19. Doch Oyten zog das Tempo wieder an, machte vor allem die Tore. Über 21:18 vergrößerten die Vampires wieder in ihren Vorsprung und spätestens mit dem 25:21 durch Nowak (57.) schien die Partie entschieden. Dachten wohl alle in der Halle.

Doch nicht die Raubmöwen: sie nahmen ihr Herz in die Hand und fighteten. Angeführt von der starken Frauenschuh, bestärkt durch Oytener Fehler kamen sie nochmal heran. Travemündes Linksaußen verkürzte 73 Sekunden vor dem Ende auf 25:26. Die nur 88 Zuschauer in der Senator-Emil-Possehl-Halle peitschten ihr Team nochmal nach vorne, allein es nutzte am Ende nichts. In Überzahl pennte die Defensive der Raubmöwen, die starke Nowak (acht Treffer) traf durch die Beine zum 27:25. Dass Jamila Popiol am Ende noch einen Siebenmeter verwarf, fällt dabei nicht mehr ins Gewicht. Am Ende war Oyten die etwas cleverere und glücklichere Mannschaft.

Trainer Christoph Nisius war daher auch nicht unzufrieden mit der Partie: „Am Ende machen die zwei verworfenen Siebenmeter und allgemein die Fahrkarten den Unterschied. Aber die Mädels haben eine gute und couragierte Leistung gezeigt.“

Gegen den Favoriten kann man verlieren, nun heißt es am kommenden Wochenende punkten. In eine Woche spielen die Raubmöwen bei Aufsteiger HSG Jörl-Doppeleiche Viöl vor.

Raubmöwen spielten mit: Patalas (7 Paraden), Pooch (4) – Fischer (3/2 Tore), Reich, Nicolai (3), Adamczewska, Karau, Kieckbusch (2), Welchert (2), Dalinger (4/1), Popiol (3/2), Frauenschuh (8)
 
 
 
 

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