Schade, da war mehr möglich für die Raubmöwen

Lübeck – Leider hat es nicht sollen sein. Am Steenkamp gab es keinen sehnlicheren Wunsch, als nach 519 Tagen endlich den ersten Zweitligasieg zu feiern. Trotz phasenweiser guter Leistung, gerade vor und nach der Pause, unterlag der TSV Travemünde der stark in die Saison gestarteten SGH Rosengarten-Buchholz mit 18:23 (10:9).

Den beiden Auftaktniederlagen geschuldet, gestalteten die Raubmöwen die Anfangsphase dieses Spiels fast schon ein wenig ängstlich. Nach zwei Fehlwürfen durch Frederikke Lærke und Franziska Haupt sowie drei erfolgreichen gegnerischen Angriffen hieß es nach knapp sechs Minuten 0:3.

Im Vergleich zum Spiel in Rödertal, wo Travemünde in der ersten Halbzeit entscheidend in Rückstand geriet, rissen sie sich gegen die SGH zusammen und kämpften sich mit ein wenig Verspätung ins Spiel. Karen Wessoly und Frederikke Lærke verkürzten auf 2:3. Als wiederum Travemündes Dänin zum 4:4 ausgleichen konnte, verpassten die Gastgeberinnen zunächst die erste eigene Führung. Diese sollte Karen Wessoly –die Raubmöwen spielten in Unterzahl- gelingen (20.). Insgesamt lief es jetzt besser, auch die offensive Deckung Franziska Haupts gegen Ex-Raubmöwe Lisa Prior trug erste Früchte. Den Vorsprung hielt der TSV bis zur Pause.

Und auch nach dem Wechsel sah es zunächst so aus, dass die Raubmöwen ihrem ersten Saisonerfolg entgegen fliegen könnten. Bis zum 13:11 (35.) lief es gut. Aber dann schlichen sich eine Reihe von -in dieser Phase unverständlichen- Fehlern ein, so dass sich Rosengarten-Buchholz seine Erfahrung zu Nutze machen konnte. Vor allem Nina Schilk, ebenfalls schon Raubmöwe gewesen, leitete mit ihren drei Toren in Serie die vermeintliche Wende zu Gunsten der Birkner-Sieben ein. In dieser Partie war dem TSV Travemünde hoch anzurechnen, dass er sich nicht vorzeitig ergab. Haupt, Lærke, Haupt: So liest sich die Torschützenliste bis zum 18:18 (52.).

Dem Team von Thomas Kruse sollte danach kein Treffer mehr gelingen, der SGH Rosengarten-Buchholz hingegen fünf. Das war gleichbedeutend mit der dritten Niederlage in Folge; die Leistungssteigerung gegenüber den ersten beiden Partien war jedoch unverkennbar. Mit ein wenig mehr Glück wäre zumindest der Punktgewinn, der den Spielverlauf auch gut widergespiegelt hätte, möglich gewesen. Gleich sieben Mal standen den Raubmöwen Pfosten oder Latte im Weg, nur einmal davon fand der Ball den Weg vom Holz ins Tor.

Nur ein kleiner Trost, aber die siegreiche Lisa Prior fand nach dem Schlusspfiff lobende Worte für ihren ehemaligen Verein: „Bis fünf Minuten vor Schluss hatte ich keine Ahnung, wer das Spiel hier gewinnen wird. Es war ein Duell auf Augenhöhe, eine Punkteteilung wäre wahrscheinlich gerecht gewesen. So, wie sich Travemünde heute präsentiert hat, wird es seine Punkte holen.“

Bei TSV-Coach Thomas Kruse hielt sich die Enttäuschung in Grenzen: „Ich kann meiner Mannschaft heute kaum Vorwürfe machen. In den Schlussminuten fehlte leider die Konzentration. Wenn sie es lernt, auch mit strittigen Schiedsrichterentscheidungen cooler umzugehen, wird sich der Erfolg einstellen. Insgesamt aber war ich mit der Leistung heute zufrieden.“

Die Raubmöwen spielten mit: Vogel, Röhr, Kranich – Wulf (1), Bartlau, Krey, Stammer, Riehl (3), Naleschinski (2), Schmidt, Jordt, Stapelfeldt (1/1), Haupt (4/1), Lærke (3), Wessoly (4).
 
 
 
 

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