Raubmöwen zu Gast in Wismar

Lübeck - Nach der Bundesliga ist vor dem Ostseederby – zumindest für die A-Jugendlichen unter den Raubmöwen des TSV Travemünde. Eine Woche nach dem sich der VfL Bad Schwartau erstmals für das Viertelfinale der A-Jugend-Bundesliga qualifizieren konnte, müssen nun in der dritten Liga wieder Punkte her. Beim Tabellennachbarn TSG Wismar will man am Samstag weitere Zähler für den Klassenerhalt sammeln, dazu möchte man sicherlich Revanche für das verlorene Hinspiel. Allerdings hat der TSV ein paar Personalsorgen...

Im ersten Aufeinandertreffen leisteten die Raubmöwen „wertvolle“ Aufbauhilfe für die bis dato schwach gestartete TSG und verlor das Spiel letztlich sang- und klanglos mit 18:25. Für Wismar war der Sieg die Initialzündung für die Saison, denn danach sammelte die Mannschaft aus Mecklenburg sechs Punkte in sechs Spielen und knöpfte zuletzt den Topteams aus Owschlag sowie aus Henstedt jeweils einen Punkt ab. Daher dürfte das Selbstvertrauen bei der TSG enorm gestiegen sein, vor allem weil man mit einem Sieg den wohl entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen kann. Verzichten muss TSG-Coach Ronald Frank auf Michelle Lübke, welche aus persönlichen Gründen bis auf Weiteres nicht zur Verfügung steht, so wie auf Laura Blum. Diese fällt nach einem Kreuzbandriss noch länger aus. Gespannt ist Trainer Olaf Schimpf darauf, wie seine Mannschaft mit der guten Stimmung in der Sporthalle Wismar zurecht kommt: „Das ist das stimmungsvollste Publikum der gesamten dritten Liga. Die Mädels kennen das noch nicht, freuen sich aber auch darauf. Und dann wollen wir mal sehen, wie wir gegen Wismars „achte Frau" bestehen.“

Apropos Ronald Frank: Analog zu Olaf Schimpf bei den Raubmöwen wird auch der Trainer in Wismar seinen Stuhl an der Seitenlinie zum Saisonende räumen. Der Spagat zwischen Berufs- und (ehrenamtlichem) Trainerleben wird auf Dauer zu groß, so dass er sich zu diesem Schritt entschloss. Folglich werden die Wismarerinnen ihrem scheidenden Trainer eine gute Abschiedsserie bieten wollen. Im Gegensatz zu den Raubmöwen, die mit Christoph Nisius bereits einen neuen Coach haben, steht die Verkündigung eines Nachfolgers in Wismar noch aus.

Die Raubmöwen selbst wollen nur auf sich schauen. Gerade die jungen Spielerinnen möchten den Schwung des letzten Bundesliga-Wochenendes mitnehmen; dazu soll die ärgerliche, weil unnötige Niederlage in Harrislee vergessen gemacht werden. Dennoch konnte das Trainerduo Schimpf/Hartstock auch positive Eindrücke gewinnen. Die Defensive stand stabil und auch der Kampfgeist in der Mannschaft stimmte. Schließlich hätte man mit nur drei Mädels auf der Platte fast noch den Ausgleich in Harrislee geschafft. Wenn es die Raubmöwen schaffen, diese kämpferische Einstellung mit nach Wismar zu nehmen, dann bestehen gute Chancen ein Erfolgserlebnis beim Ostseerivalen zu feiern.

Allerdings können die Trainer personell nicht aus dem Vollen schöpfen. Linksaußen Mirlinda Hani ist nach ihrer Roten Karte in Harrislee für die Partie am Samstag gesperrt, dazu werden Lara Fischer (Knie) und Jana Gläfke (Wurfhand) wohl verletzungsbedingt passen müssen. Ebenso wird Jeannine Bollmann langzeitverletzt fehlen. Doch ungeachtet der Personalsorgen wollen die Raubmöwen zwei Punkte holen, wie Olaf Schimpf gegenüber HL-SPORTS bekräftigt: „Wir fahren dahin, um zu gewinnen. Wir hängen uns rein, geben alles und wollen etwas aus Wismar mitnehmen. Wir können fast jeden schlagen.“

Das Spiel der TSG Wismar gegen die Raubmöwen gibt es LIVE im HL-SPORTS FanRadio. Die Übertragung beginnt am Samstag um 15.45 Uhr, Anwurf zur Partie in der Sporthalle Wismar ist um 16 Uhr.
 
 
 
 

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