Raubmöwen versenken Wismar

Geburtstagskind Leonie Wulf © Bernd Scheel
Lübeck – Heute fuhren die Travemünder Raubmöwen den emotional ohne Zweifel wichtigsten Sieg dieses Drittligajahres ein. Im Prestige umwobenen Ostsee-Klassiker gegen die TSG Wismar nahm der TSV mit einem auf Grund der zweiten Halbzeit hochverdienten 36:30 (17:17)-Sieg erfolgreich Revanche für die 28:32-Niederlage aus dem Hinspiel. Somit ist klar, dass die Mannschaft um Geburtstagskind Leonie Wulf als erste Mannschaft das Aufstiegsrecht genießt. Denn die Vertretungen von Leipzig II, Buxtehude II und Frankfurt/Oder (der Insolvenz geschuldet) dürfen nicht für die 2. Bundesliga melden. Wismar und Owschlag können nicht mehr an Travemünde heranreichen. Ob am Ende auch ein zweiter oder dritter Platz für den direkten Aufstieg reichen würde, kommentierte Team-Manager Frank Barthel mit einem Satz: „Darüber reden wir nicht, wir wollen als Meister aufsteigen!“

Eine sehr schöne Nachricht gab es schon vor dem Spiel. Die langzeitverletzte Jenny Stapelfeldt (Patella-Spitzensyndrom) macht sich berechtigte Hoffnungen auf ein Comeback zur neuen Saison: „Im Lauftraining befinde ich mich schon. Jetzt gehe ich zusammen mit unserer Physiotherapeutin Kerstin Meiners an den Muskelaufbau. Wenn wirklich alles optimal läuft, kann ich mit in die Vorbereitung einsteigen. Es ist noch nichts sicher, wir müssen die nächsten Wochen abwarten. Aber ich bin da guter Dinge.“

Travemünde legte nach Treffern von Laura Riehl und Franziska Haupt schnell auf 2:0 vor. Bis zum 6:6 konnte Wismar dann jeweils nachlegen und ging in der 14. Minute in doppelter Überzahl (Leonie Wulf und Luisa Kieckbusch saßen eine Strafe ab) erstmals in Führung. Beim Stande von 7:9 (17.) sah TSV-Trainer Thomas Kruse die Notwendigkeit, eine erste Auszeit zu nehmen. Die kurze Deckung gegen Rückraum-As Franziska Haupt machte sich bemerkbar.

Der Verlauf der ersten Halbzeit blieb eng; es dauerte bis zur 27. Minute, ehe Frederikke Lærke die Raubmöwen mit dem 15:14 wieder nach vorne brachte. Der Pausenstand von 17:17 ließ alle Optionen offen und deutete darauf hin, dass dieses Spiel nur über Kampf, Kondition und Konzentration zu gewinnen war.

Und hier lag der Vorteil klar auf Seiten des Tabellenführers. Den besseren Start erwischten wiederum die Gastgeberinnen, die durch Laura Riehl (2) und Leonie Wulf auf 20:17 wegzogen. Bis auf ein Tor kam die TSG noch heran, dann aber kam die Szene mit Symbolcharakter. In der 38. Minute düpierte Franziska Haupt Wismars Keeperin Justine Steiner mit einem direkt verwandelten Freiwurf zum 22:20. Die entnervte Steiner wurde daraufhin aus dem Spiel genommen. Kurze Zeit später hieß es 27:22 für Travemünde. Das war der Matchball für den TSV Travemünde, den dieser konsequent nutzte. Die Raubmöwen ließen sich nicht mehr beirren und brachten den Vorsprung sicher nach Hause.

Die Halle am Steenkamp war mit über 300 Zuschauern nicht ganz ausverkauft, der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch. Die Gästefans aus der Hansestadt Wismar machten sich akustisch wie gewohnt bemerkbar. Doch auch hierauf hatte Frank Barthel die passende Antwort: "Laut ist nicht alles!"

Die Raubmöwen spielten mit: Röhr, Pooch – Wulf (5), Krey, Stammer, Riehl (9), Naleschinski (3), Schmidt, Haupt (6/3), Lærke (8/3), Kieckbusch (3), Wessoly (2).
 
 
 
 

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