Raubmöwen reisen mit gesunder Portion Selbstkritik nach Sachsen

Lübeck – Als der Zweitligastart gegen Mitaufsteiger Haunstetten vor gut einer Woche mit einer 21:22-Niederlage unerwartet und nicht weniger unnötig in den Sand gesetzt wurde, saß die Enttäuschung tief. Die Emotionen direkt nach dem Schlusspfiff richteten sich in erster Linie gegen das Schiedsrichtergespann. Mit ein wenig Abstand kehrten die Travemünder Raubmöwen dann allerdings in sich und sahen ihre Leistung mehr und mehr selbstkritisch. Beim Training am Montagabend wurde der Fehlstart aufgearbeitet. Trainer Thomas Kruse (Foto) sieht darin einen wichtigen Schritt, um die zukünftigen Aufgaben erfolgreich meistern zu können: „Es wurde nichts ausgelassen. Wir haben unsere Fehler - und davon gab es eine Menge - gemeinsam analysiert und durchgesprochen.“

Berechtigte Hoffnung zieht Kruse vor allem aus einem Umstand: „Gegen Haunstetten haben wir lange nicht an unser Leistungsvermögen herangereicht. Wir alle wissen, dass wir es besser können.“

So geht die Reise morgen mit einer gesunden Portion Selbstkritik, dabei aber hochmotiviert und zuversichtlich ins sächsische Großröhrsdorf. Dort trifft der TSV Travemünde in der neuen Sporthalle am Gymnasium auf den HC Rödertal. Auch dieser startete mit einer Niederlage. Beim Erstliga-Absteiger HSG Bensheim Auerbach kam der Handball-Club mit 20:31 unter die Räder.

Ein Ergebnis, dass Kruse nicht wirklich interessiert: „Wir stehen vor einem völlig neuen Spiel, in dem wir uns auf uns selbst und unsere Stärken konzentrieren wollen.“

Siegen möchten natürlich auch die Rödertalbienen. In einer offiziellen Pressemitteilung blickt HCR-Manager Thomas Klein voraus: „Wir wollen und müssen gegen Travemünde unbedingt gewinnen, denn unser nächster Gegner am darauffolgenden Wochenende heißt in fremder Halle Borussia Dortmund, seines Zeichens von allen groß gehandelter Favorit auf den Aufstieg und mit Sicherheit ein nochmals schwererer Gegner als der TSV.“

Auch Chefcoach Frank Lessau fordert einen Rödertaler Erfolg: „Wenn wir es schaffen, unsere eigenen Fehler und Ballverluste im Spiel nach vorn weiter zu minimieren, sind wir mit Sicherheit nur sehr schwer zu schlagen. Zudem werden wir im Training bis zum Samstag hin unseren Fokus erneut auf das eigene Angriffsspiel legen, denn auch in Bensheim hat die Mannschaft dort noch deutliche Defizite gezeigt, die es abzustellen gilt.“ Mit Kreisläuferin Melanie Beckert kehrt dabei eine Leistungsträgerin in die Mannschaft zurück, die in Bensheim Auerbach noch schmerzlich vermisst wurde.

Der TSV Travemünde tritt ebenfalls mit einem fast kompletten Kader in Sachsen an. Neben Torhüterin Charline Röhr (lang geplante Urlaubsreise) wird unter Umständen auch Thomas Kruse aus beruflichen Gründen nicht mit in Sachsen dabei sein: „Ich werde kurzfristig entscheiden müssen, ob ich nachfahre.“ Sollte es nicht klappen, weiß Kruse seine Raubmöwen bei Co-Trainerin Tanja Volkening allerdings in besten Händen.

Anpfiff in der Sporthalle am Gymnasium in Großröhrsdorf ist um 17.00 Uhr. Per Liveticker kann man dabei sein.
 
 
 
 

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