Raubmöwen können Ausfälle nicht kompensieren

Lübeck – „Die Ausfälle waren nicht zu kompensieren“, sagte ein sichtlich geknickter Trainer Christoph Nisius nach dem Spiel und suchte nach Worten für die klare Heim-Niederlage seiner Raubmöwen. Im Kellerduell gegen die TSG Wismar unterlag der TSV Travemünde völlig verdient 17:30 (9:15). Beste Werferin auf Seiten der Gastgeberinnen war Lara Fischer mit sechs Toren.

Die Raubmöwen hatten sich viel vorgenommen, doch bereits vor dem Spiel häuften sich die Hiobsbotschaften. Marthe Nicolais Einsatz war dann auf Grund einer Zehenentzündung doch unmöglich und kurzfristig meldete sich vor der Partie Jiline Lange erkrankt ab. Da dazu Bollmann, Claasen, Reich und Pooch fehlten, konnte Nisius nur auf neun Feldspielerinnen zurückgreifen und im Tor war Hanna Patalas sogar auf sich allein gestellt.

Aber es ging gar nicht so schlecht los aus Travemünder Sicht. Die Anfangsphase war eng, beide Teams konnte sich früh auf die Anzeigetafel bringen. Wismar markierte die ersten beiden Führungen für sich, ehe Sophia Frauenschuh die Raubmöwen mit dem 3:2 erstmals in Führung warf (5.). Es sollte jedoch die einzige bleiben, denn die TSG drehte die Partie und sollte die Führung bis zum Spielende nicht mehr aus der Hand geben. Bis zum Wismarer 7:5 nach 14 Minuten war aber alles noch im Rahmen und die 143 Zuschauer in der Halle hoffnungsfroh, dass die Punkte an der Trave blieben.

Doch dann gab es einen ersten Bruch im Spiel. Vorne ging für die Raubmöwen nichts mehr und hinten stand die Abwehr einfach zu offen sowie zu weit aufgerückt. Die deutliche erfahrenere Mannschaft aus Wismar nutze dies zu einfachen Toren und zog davon. Binnen sieben Minuten wurde aus dem 7:5 ein 11:5 (Mareen Tegler/21.) für die Gäste. Fast zehn Minuten lang traf Travemünde nicht aus dem Feld und nach dem letzten Treffer von Julian Wieck zum 15:9-Pausenstand war man mit dem Rückstand noch gut bedient. „Wismar hat noch sehr viele Chancen liegengelassen und Hanna Patalas im Tor einen guten Job gemacht“, analysierte Nisius nach dem Spiel.

Mit Dampf wollte man aus der Kabine kommen, doch bereits nach 39 Minuten war die Partie entschieden. Die Raubmöwen trafen vorne nicht und machten es Wismar erneut zu leicht im Angriff. Die Folge war das 19:9 durch Henrike Bibow. „Dieser Zwischenspurt war dann zuviel für uns“, so Nisius: „Dann gingen die Köpfe meiner jungen Mannschaft nach unten.“

Es ging auch niemand voran und riss die Mädels mit, einzig Patalas war es zu verdanken, dass Wismar nicht noch höher in Führung lag. Aleksandra Adamczewska markierte mit dem 10:19 den ersten Travemünder Treffer der zweiten Halbzeit (40.). Endgültig vorbei war es dann, als die Raubmöwen beim Stand von 11:20 erst einen Siebenmeter verwarfen und dann noch eine Zeitstrafe bekamen. Erneut setzte Wismar zu einem Zwischenspurt an und Sarah Dürl sorgte mit dem 25:12 (50.) für ein noch komfortableres Polster.

Wismars Trainer Menc Exner konnte es sich in der Schlussviertelstunde, zahlreiche Spielerinnen der nominell zweiten Garde einzusetzen. Einen Bruch gab es dabei im TSG-Spiel nicht. Mit vier Toren in Folge durch Fischer, Lara Kieckbusch und Freya Welchert konnten die Raubmöwen zwar auf 17:26 (55.) verkürzen, doch selbst die Ergebniskosmetik misslang am Ende. Emilie Krohn markierte mit dem 30:17 mehr als 90 Sekunden vor dem Ende den auch in der Höhe verdienten Endstand für Wismar.

Nun haben die Raubmöwen eine Woche Zeit, sich von diesem Debakel zu erholen. Am nächsten Samstag wird die Aufgabe bei der HG OKT nämlich wieder richtig schwer.

Travemünde spielte mit: Patalas – Fischer (6 Tore/2), Adamczewska (1), Riesner, Karau, Kieckbusch (1), Welchert (2), Dalinger (1), Popiol (3), Frauenschuh (3)
 
 
 
 

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