Raubmöwen hoffen lange und verlieren doch wieder deutlich

Lübeck – Das Gefühl des Sieges blieb dem TSV Travemünde auch im Heimspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt verwehrt. Trotz ansprechender erster Halbzeit stand nach 60 Minuten wieder eine deutliche Niederlage an der Anzeigetafel. Das 24:34 (13:16) mag am Ende ein wenig zu hoch ausgefallen sein, war zum großen Teil aber wieder der großen Verunsicherung und den schwindenden Kräften geschuldet. Somit blieb auch die Genugtuung aus, den Gästen nach der Hinspiel-Niederlage am „Grünen Tisch“ –die Raubmöwen trafen zu spät in Halle-Neustadt ein- zwei Punkte zurück zu stehlen.

Ihre Extraklasse hinsichtlich Torgefahr bewies einmal Halles Jacqueline Hummel. Deren Qualitäten waren den Raubmöwen durchaus bekannt. Doch schon in den ersten Minuten war gegen die Topschützin der 2. Bundesliga nicht viel auszurichten. Sechs der ersten sieben Treffer gingen auf das Konto Hummels und ihrer Zwillingsschwester Stefanie. Bis zur Pause schraubte Jacqueline Hummel ihr Konto auf über 140 Treffer.

Aber auch das Travemünder Angriffsspiel konzentrierte sich auf zwei Spielerinnen des Rückraums. Frederikke Lærke (auf dem Foto links neben der immer noch verletzten Malin Stammer) und Franziska Haupt sorgten mit ihren je sechs Toren für nahezu alle TSV-Erfolge vor der Pause. Lediglich Kapitänin Leonie Wulf mogelte sich mit ihrem 9:10 (19.) dazwischen.

Insgesamt boten die Raubmöwen eine erste Halbzeit, die noch ausgeglichener war als zuletzt bei der SGH Rosengarten-Buchholz. Mit dem Unterschied, dass sich wenigstens Haupt und Lærke treffsicherer zeigten als in den vergangenen Wochen. Und über weite Strecken erweckte diese erste Hälfte berechtigte Hoffnungen auf ein positives Endergebnis. Vom wieder frühen Rückstand von 3:7 (12.) ließ sich die Kruse-Sieben nicht beeindrucken und kam nach fünf Toren in Serie zur eigenen 8:7-Führung (15.).

Auch das 8:10 steckte das Tabellenschlusslicht noch weg und lag beim 12:11 in der 22. Minute zum letzten Mal in dieser Partie vorne. Trotz des 13:16 zur Halbzeit waren Mannschaft und Anhang noch optimistisch.

Mit zunehmender Spieldauer schwanden den weiterhin stark dezimierten Raubmöwen die Kräfte. Neben Malin Stammer fehlten auch Laura Riehl und Jenny Stapelfeldt weiterhin; lediglich Katharina Naleschinski war nach ihrem Muskelfaserriss in den letzten Minuten wieder mit dabei und kam zu immerhin drei Torerfolgen. Die anfangs noch erfolgreiche 5:1-Deckung bekam Risse, so dass der SV Union Halle-Neustadt seine Stärken im „Eins-gegen-Eins“ ausspielen konnten. Dagegen kam Travemünde nicht mehr an und musste praktisch chancenlos mit ansehen, wie die Gäste davonzogen und doch noch zum so klaren Sieg kamen.

Trainer Thomas Kruse direkt nach dem Spiel: „Am Ende ließen Kraft und Konzentration leider nach. Die 5:1-Variante, die wir schon zuletzt in Rosengarten-Buchholz ausprobiert haben, wurde lange diszipliniert umgesetzt. Nachher ging es einfach nicht mehr, so dass Halle immer die richtigen Nahtstellen fand und auch die inkonsequenten Schrittentscheidungen des Schiedsrichtergespanns erfolgreich für sich nutzte.“

Da der sportliche Abstieg nach der 16. Niederlage ein weiteres Stück näher gerückt ist, können sich die Raubmöwen noch einmal mehr von Spiel zu Spiel denken. Die nächste Chance auf den zweiten Saisonsieg bietet sich dem TSV am kommenden Samstag um 19.30 Uhr, wenn es zur SG H2Ku nach Herrenberg geht.

Die Raubmöwen spielten mit: Vogel, Kranich – Wulf (2), Bartlau, Krey, Stammer, Naleschinski (3/1), Schmidt (1), Jordt, Haupt (9), Lærke (9/3), Wessoly
 
 
 
 

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