Raubmöwen fliegen in die 2. Liga

„Nie mehr, nie mehr 3. Liga!“ — Travemündes Handball-Frauen feiern ausgelassen ihren Zweitliga-Aufstieg. © Felix König
Lübeck. Abpfiff am Steenkamp. Und jetzt gab es kein Halten mehr. Raubmöwen flogen sich jubelnd in die Arme. 450 Zuschauer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Possehl-Halle applaudierten stehend. Manager Frank Barthel, Co-Trainerin Tanja Volkening, Physiotherapeutin Kerstin Meiners, sie alle bekamen eine klebrige Sektdusche inklusive Konfettiregen verpasst und Chefcoach Thomas Kruse eine schmucke „Hot Chicken“-Mütze aufgesetzt. Travemündes Handballerinnen waren nach dem 43:21 (19:7)-Sieg über den TSV Owschlag außer Rand und Band. Es war geschafft, einen Spieltag vor dem Saison-Halali: Meister der 3. Liga Ost! Aufstieg — nach nur einem Jahr Abstinenz. „Wir wollen immer wieder dieses Fieber spüren — endlich wieder 2. Liga spielen!“, war auf den blauen Meistershirts der Raubmöwen zu lesen. Und von Karl-Friedrich Schwarck, Präsident des Handball-Verbandes Schleswig-Holstein, gab es den Meisterwimpel.

Kruse, der bereits vor zehn Jahren Travemünde in die 2. Liga geführt hatte, war mächtig stolz auf seine Mädels: „Das war eine überragende Saison, die jetzt mit 60 Minuten Power-Handball gekrönt wurde. Man hat deutlich gesehen, die Mädels wollten unbedingt.“ Stolz ist der 45-Jährige auch deshalb, weil er vor mehr als neun Monaten im ersten Training am Burgtor seinem Team klar gemacht hatte, was er will. „Für uns gibt es nur ein Ziel, den Aufstieg!“, war seine klare, allerdings nur interne Ansage „Und alle haben voll mitgezogen. Das war wirklich großartig.“

Gegen Owschlag — vor dem Spiel wurden die Zwillinge Hannah und Rosa Gahl sowie Lina Pooch verabschiedet — sei das auch cool anzuschauen gewesen. „Nach der Anfangsphase mit vergebenem Siebenmeter und liegengelassene Tempogegenstößen war die Unsicherheit weg. Am Ende war es eine Demonstration der Stärke, ein Klassenunterschied“, freute sich Teammanager Frank Barthel. Bereits zur Pause waren die Raubmöwen um Franziska Haupt (11 Treffer) auf 19:7 enteilt.

Kruse zeigte sich nach dem Derbysieg erleichtert: „Die Anspannung war bei allen deutlich zu spüren. Jetzt ist die Erleichterung groß, dass wir es geschafft haben!“ Das letzte Spiel am kommenden Samstag in Henstedt, wird so zum Schaulaufen des Meisters. „Und danach geht es zurück, im Klubheim am Rugwisch werden wir richtig feiern“, verspricht Barthel. Die Mannschaft feierte schon mal vor.

Denn nach der Spontan-Party ging es nach Lübeck zu Mannschaftsführerin Leonie Wulf. „Ein nettes Beisammensein mit Pizza und dem einen oder anderen Getränk . . .“, verriet Teamkoordinator Benjamin Busch.

Im Hintergrund wird derweil weiter am Gesicht des neuen Teams gearbeitet. In dieser Woche hofft Kruse, dass er eine neue Torhüterin als dritten Neuzugang nach Annika Kranich (Lübeck 1876) und Kreisläuferin Annika Jordt (Buxtehude II) präsentieren kann.

Travemünde: Röhr — Wulf (2), Krey, Stammer 4, Riehl 6, Naleschinski 1, Schmidt 2, Haupt 11, Lærke 5, Kieckbusch 7/1, Wessoly 5.



Die Travemünder Meister-Damen

Tor: Charline Röhr, Lina Pooch.

Rückraum: Frederikke Lærke, Franziska Haupt, Leonie Wulf, Laura Riehl, Malin Stammer, Hannah Gahl, Jenny Stapelfeldt.

Linksaußen: Katharina Naleschinski, Nina Schmidt, Luisa Kieckbusch.

Rechtsaußen: Bastienne Eder, Karen Wessoly.

Kreis: Alina-Florin Krey, Rosa Gahl.
 
 
 
 

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