Raubmöwen empfangen Hollenstedt

Lübeck - „Das Spiel gegen die TSG Wismar ist aufgearbeitet!“ - So äußerte sich Raubmöwen-Teammanager Christian Görs am Mittwoch; vergessen sei die überraschend klare Pleite gegen den Ostseerivalen aber nicht. Doch seine Mannschaft vom TSV Travemünde könnte am Samstag einen großen Schritt in Richtung des Vergessens machen, wenn man den noch punktlosen Tabellenvorletzten TuS Jahn Hollenstedt-Wenzendorf empfängt und schlägt.

Der Aufsteiger aus Niedersachsen muss bisher bemerken, dass die Früchte in der 3. Liga doch höher hängen als gedacht. In sechs Spielen gab es sechs, teils klare Niederlagen. Zuletzt verlor man mit 17 Toren bei der HG OKT und mit elf zu Hause gegen den Nordexpress aus Harrislee. Von „fehlender Drittliga-Reife“ schrieben da schon die lokalen Medien, eine Beschreibung, welche sicherlich auf die letzten beiden Spiele passt. Dennoch ist man bei den Raubmöwen weit davon entfernt, den Meister der Oberliga Niedersachsen um die wurfstarke Rückraumspielerin Dina Bergmana-Versakova zu unterschätzen. „Wir sind uns bewusst, dass schon alles passen muss, damit wir das Spiel für uns entscheiden können. Wir werden uns konzentriert darauf vorbereiten und alles dafür geben", so Görs. In die gleiche Kerbe schlug auch Olaf Schimpf in den letzten Wochen. Schimpf betonte immer wieder, dass es mit der jungen Mannschaft keine leichten Gegner in der dritten Liga gäbe. Auch gegen Hollenstedt erwartet der Trainer der Raubmöwen ein schweres Spiel: „Wir spielen gegen einen Gegner, der unbedingt seinen ersten Punkt holen will. Da müssen wir hoch konzentriert sein."

Schimpfs „Kindergarten“ hat vor allem in der Offensive seine Probleme. Defensiv ist nach wie vor das Meiste im Lot, knapp 25 Gegentore im Schnitt sind für so eine junge und unerfahrene Mannschaft absolut in Ordnung. Auch der Zugriff im Mittelblock um Laura Neu und Steffi Schoeneberg passt, dazu stehen hinten mit Hanna Belgardt und Lorena Jackstadt sowie Hanna Patalos drei gute Torhüterinnern im Kasten.

Aber im Angriff läuft in den letzten Spielen wenig bis gar nichts zusammen. Keine 20 Tore pro Partie warfen die Raubmöwen in den vier Partien, vor allem der Rückraum schoss einfach zu viele Fahrkarten. Zwar spielte auch das Holz keine unbedeutende Rolle, allein in Owschlag trafen die Raubmöwen neunmal Latte oder Pfosten, doch insgesamt ist es derzeit zu wenig, was an Wurfgewalt kommt. Auch die Auswahl der Würfe ist oftmals zu schlecht. Immerhin: mit Spielmacherin Jana Gläfke, welche sich neuerdings verstärkt als trickreiche Shooterin in Szene setzt, und der frech aufspielenden Freya Welchert (Foto), die mit guten Einzelaktionen Siebenmeter erkämpft, kann Schimpf auch Lichtblicke im Angriff verzeichnen. Und es bleibt auch zu hoffen, dass die starken Anspiele auf Schoeneberg am Kreis wieder vermehrt zur Geltung kommen.

Zwei Faktoren erfreuen Schimpf. Zum Einen kann er voraussichtlich auf den kompletten Kader, mit Ausnahme der Langzeitverletzten Jamila Popiol, Jeannine Bollmann und Carlotta Jochims zurückgreifen. Zum Anderen hat die Mannschaft gut trainiert: „Nach den ganzen Auswahlmaßnahmen und den vielen angeschlagenen Spielerinnen konnten wir mal zwei Wochen in fast voller Stärke trainieren, so dass wir gewisse Automatismen trainieren konnten."
 
 
 
 

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