Raubmöwen: „Das Spiel wird in der Abwehr entschieden“

Lübeck – Es sind im Moment richtungsweisende Wochen für die Handballerinnen des TSV Travemünde. Nach dem 31:31 beim HSV Minden-Nord müssen die Raubmöwen nun am Sonnabend wieder bei einem direkten Konkurrenten ran. Zu Gast ist die Mannschaft von Christoph Nisius bei der Zweitvertretung des VfL Oldenburg, die punktgleich knapp hinter den Raubmöwen liegt. Ein Sieg wäre also doppelt wertvoll.

Die Reserve des Bundesligisten ist - wie die Raubmöwen - enorm jung, gerade einmal vier Spielerin im Kader sind über 20 Jahre alt. Dieser Unerfahrenheit musste der VfL Tribut zollen, als es zu Saisonbeginn zwei Klatschen gegen Harrislee (22:30) und in Buxtehude (19:30) gab. Mit einem Remis gegen Henstedt-Ulzburg ließ der Oldenburger Nachwuchs erstmals aufhorchen, ehe am fünften Spieltag der bisher einzige Sieg gegen Minden (25:23) gelang. Aber nicht nur wegen des sehr ähnlichen Saisonverlaufs und der Unerfahrenheit im Kader sieht Christoph Nisius ein Duell auf Augenhöhe. „Das Spiel wird in der Abwehr und im Umschaltspiel entschieden“, sagte Nisius und sprach damit an, dass der VfL genau wie die Raubmöwen die Stärken in der Deckung hat. Denn der Angriff der Oldenburgerinnen verbreitet mit 127 erzielten Toren (noch) keine Angst und Schrecken. Schließlich hat nur Schlusslicht HSG Heidmark weniger eigene Treffer erzielt. Auf Unterstützung aus der 1. Mannschaft wird Oldenburg kaum hoffen können, denn das Bundesliga-Team spielt zeitgleich in Neckarsulm.

Doch von den beiden Punkten lassen sich die Raubmöwen nicht blenden, sondern wollen sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. „Wir müssen schnell in die Gegenstöße kommen, dann können wir zwei Punkte mitnehmen“, sagt Nisius und hofft mit Sicherheit auch darauf, dass seine drei Torhüterinnen am Samstag besser drauf sind als in Minden. Dort bekamen sie kaum einen Ball zu fassen, was auch mit ein Grund für die 31 Gegentore war. Die Offensivleistungen machten zuletzt aber Mut, vor allem der Rückraum um Lara Fischer und Pia Dalinger zeigte sich sehr treffsicher.

Allerdings sind die Raubmöwen mal wieder personell gerupft. Neben den Langzeitverletzten Rike Claasen und Jeannine Bollmann werden Lena Reich (Foto) und Charlotte Riesner erst einmal fehlen. Reich verletzte sich am Dienstag am Daumen und Riesner soll erst einmal in der A-Jugend-Oberliga Spielpraxis sammeln. So gehen die Raubmöwen mal wieder mit kleinem Kader auf Reisen. Doch Nisius ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft die zwei Punkte holen wird. Anwurf zum Spiel ist am Sonnabend um 16.30 Uhr in der Sporthalle Wechloy in Oldenburg.
 
 
 
 

Zurück