Raubmöwen-Dank vor ausverkaufter Halle: Starker Sieg gegen Oldenburg

Lübeck – Grandioser Heimspiel-Abschluss am Travemünder Steenkamp. Dank der besten Saisonleistung setzte sich der TSV Travemünde hochverdient mit 27:21 (12:11) gegen die Erstliga-Reserve des VfL Oldenburg durch. Warum beste Leistung? Das brachte Michael Schoeneberg, Vater von Kreisläuferin Stefanie, den Punkt: „Heute hat die Mannschaft in der Breite gewonnen, alle Mädels hatten ihre Einsatzzeiten und ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen.“

Das Trainerteam Olaf Schimpf / Thomas Hartstock musste personell Abstriche machen. Neben den langzeitverletzten Jeannine Bollmann und Lorena Jackstadt fehlten auch Mirlinda Hani nach überstandener Zahn-Operation, Malin Stammer (grippaler Infekt) und Freya Welchert (gestern im Training umgeknickt).

Und trotzdem, solch einen Blitzstart haben die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten Senator-Emil-Possehl-Halle in dieser Saison noch nicht gesehen. Nach exakt zwei Minuten legten Marthe Nicolai, Pia Dalinger und Stefanie Schoeneberg ein erstaunliches 3:0 vor. Erst mit ihrem verwandelten Siebenmeter brachte Inga Frenzel ihren VfL ins Spiel.

Nach 11:59 Minuten führten die Raubmöwen mit 7:4; Grund genug für Oldenburgs Trainerin Alexandra Hansel die erste Auszeit dieser Partie zu nehmen. Sechs Minuten später war es an Olaf Schimpf, das Timeout zu nehmen, denn nun lagen die Gäste erstmals mit 8:7 vorne.

In der 20. Minute hielt Herr Kempa Einzug in den Steenkamp. Oldenburgs Griet Prante setzte Julia Kerber gekonnt in Szene. Diese vollendete den wahrscheinlichen berühmtesten Handballtrick erfolgreich zum Oldenburger 9:8. Großartig beeindrucken ließen sich die Travemünder Mädels jedoch nicht. Der TSV egalisierte durch Pia Dalinger und verschaffte sich bis zur Pause in einer dabei phasenweise zerfahrenen Partie einen verdienten 12:11-Vorsprung.

Und es ging nach dem Wiederanpfiff gut weiter. Pia Dalinger stahl sich an der eigenen Neunmeter-Grenze den Ball und zog unaufhaltsam Richtung Oldenburger Tor. Mareen Rump hatte bei Dalingers Abschluss keine Abwehrchance.

Die Raubmöwen setzten nach, mit ihrem fünften Treffer erhöhte Marthe Nicolai auf 18:13 (37.). Zur Erinnerung: Das Hinspiel hatte der VfL Oldenburg noch klar mit 27:17 gewonnen. Es bestätigte sich auch heute, dass der TSV Travemünde im Vergleich zu vielen deutlichen Niederlagen der Hinserie sehr viel dazugelernt hat und mit dem jeweiligen Gegner auf Augenhöhe agierte. Gegen den Tabellendritten sogar überlegen. Kein Wunder also, dass Alexandra Hansel ihren Schützlingen nach 50 Minute eine erneute taktische Pause verordnete. Der Rückstand der Gäste lautete mittlerweile 17:23. Diese Auszeit brachte keine neuen Impulse mehr. Als Sophie Hartstock mit einem Doppelschlag für das 25:17 sorgte (54.), war diese Begegnung entschieden.

Kommentar von Olaf Schimpf nach dem Spiel: „Muss ich zu diesem Spiel noch großartig etwas zählen?“ Nein Olaf, das musstest du heute wahrlich nicht.

Nach dem Sieg musste Christian Görs als Teammanager der Raubmöwen die Aufgabe übernehmen, die ebenso Bestandteil einer Saison ist wie die Jagd nach dem Erfolg: Mit Hannah Belgardt, Carlotta Jochims, Laura Neu und Mirlanda Hani (alle studien- beziehungsweise berufsbedingt) sowie Jana Gläfke (TG Nürtingen) und Stefanie Schoeneberg (TV Nellingen) sagen sechs Raubmöwen „Tschüss!“ Und nicht zuletzt natürlich Trainer Olaf Schimpf, der mit dem jüngsten Team der 3. Liga Nord den vorzeitigen Klassenerhalt schaffte und am kommenden Sonntag mit dem Großteil seiner Mädels im Trikot des VfL Bad Schwartau in Birkenau das Final Four zur Deutschen A-Jugendmeisterschaft erreichen will.

Christian Görs übernahm stellvertretend für das gesamte Raubmöwen-Team die Verabschiedung. Für alle sieben gilt jedoch, dass sie im letzten Spiel dieser Saison am kommenden Sonntag in Hude noch einmal alles für einen Sieg zum Abschluss geben werden. Olaf Schimpf wird in seiner Rolle als Jugendtrainer in Bad Schwartau weiterhin eng mit den Raubmöwen und deren neuen Trainer Christoph Nisius zusammenarbeiten.

Die Raubmöwen siegten mit: Belgardt, Patalas – Schoeneberg (4), Fischer (1), Gläfke, Nicolai (6), Hartstock (2), Karau, Kieckbusch (6), Dalinger (4), Jochims (1), Neu (3)
 
 
 
 

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