Raubmöwen als krasser Außenseiter zur HG OKT

Lübeck – Die Erleichterung, der Stolz, sie waren nach dem klaren Sieg gegen Rostock bei allen Raubmöwen und auch im Umfeld des TSV Travemünde spürbar. Der Saisonstart ist mit 6:4-Punkten absolut gelungen, man kann sich zumindest leicht nach oben orientieren. Wichtig war der Sieg auch deshalb, weil nun am Freitag wieder ein richtig dicker Brocken auf die junge Mannschaft von Olaf Schimpf wartet. Denn morgen sind die Raubmöwen zu Gast bei der HG OKT, aktuell Tabellendritter der dritten Liga Nord - das Ganze LIVE im HL-SPORTS FanRadio.

HG OKT? Nie gehört? Kein Wunder, die Handballgemeinschaft Owschlag-Kropp-Tetenhusen ist eine Neugründung aus diesem Jahr. Zuvor waren der TSV Owschlag und die HSG Kropp-Tetenhusen getrennt in der dritten Liga unterwegs. Owschlag beendete die letzte Saison als Tabellenletzter, die HSG verpasste um einen Punkt den Aufstieg in Liga zwei. Um den Traum von der 2. Bundesliga im Norden Schleswig-Holsteins zu verwirklichen, haben sich die drei Stammvereine zur Gründung der Spielgemeinschaft entschlossen. Der Kader der drei Teams konnte weitestgehend zusammengehalten werden, dazu wurden mit der Tschechien Petra Janeckova (SønderjyskE) und Raphaela Steffek (SVG Celle) zwei erstligaerfahrene Spielerinnen verpflichtet. Imke Seidel ist bisher 46 Toren die beste Schützin der Dritten Liga Nord. „OKT hat eine Mannschaft von ganz hoher Qualität, schließlich haben sich da zwei sehr gute Drittligisten zusammengeschlossen", meint Raubmöwen-Coach Olaf Schimpf: „Das ist eine Riesenherausforderung für uns."

Doch die Mannschaft des dänischen Trainers Vagn Hansen steht schon unter Druck, denn man hat schon drei Minuspunkte Rückstand auf den starken Aufsteiger Hannover-Badenstedt und darf sich daher keinen Ausrutscher erlauben, um nicht entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Entsprechend wird sich die HG OKT nach zwei Siegen in Rostock und gegen Hollenstedt keine Blöße geben wollen. Von seinem Gegenüber auf der Trainerbank hält Olaf Schimpf übrigens sehr viel: „Vagn Hansen hat in Dänemark auf sehr hohem Niveau gearbeitet und kann jede Spielerin individuell besser machen. Ein guter Trainer für ein gutes Team."

Bei den Raubmöwen geht man die Sache ganz entspannt an, die Favoritenbürde liegt klar bei den Gastgeberinnen. „Wir sind krasser Außenseiter. Mit unserer jungen Truppe haben wir wenig gegen die Top-Teams zu bestellen, das hat man in Henstedt gesehen", so Schimpf zu HL-SPORTS: „Wir haben vielleicht eine Chance, wenn wir das Spiel bis zum Ende offenhalten können. Aber das wird mehr als nur schwer. "

Es wird vor allem auf die Defensive der Raubmöwen ankommen, speziell auf die Torhüterinnen Hanna Belgardt und Lorena Jackstadt sowie Hanna Patalas, welche wegen eines Landesauswahllehrgangs fehlt. Beide zeigten in dieser Saison wie auch der Rest des Abwehrverbundes gute Leistungen, daher ist es wenig verwunderlich, dass die Defensive mit 23,8 Gegentoren pro Partie nur unwesentlich schlechter ist als diejenige der besten Mannschaften der Liga. Größer ist da die Lücke schon im Angriff, mit 24 Toren pro Spiel fehlt doch eine ganze Ecke zu den Top Teams. Aber wie sagt Trainer Olaf Schimpf gern? „Die Mannschaft lernt in jedem Spiel dazu.“ - und das trifft mit Sicherheit auch auf die Abteilung Attacke zu.

Personell sind die Raubmöwen etwas besser aufgestellt als in der letzten Woche. Denn sowohl Lara Fischer als auch Luisa Karau und Freya Welchert stehen nach ihren Urlauben wieder zur Verfügung. Dafür stehen neben Patalas noch Marthe Nicolai (Schüleraustausch) und Pia Dalinger (Jugend-Nationalmannschaft) nicht zur Verfügung, ebenso wie die Langzeitverletzten Jamila Popiol, Jeannine Bollmann und Carlotta Jochims.

Das Spiel zwischen der HG OKT und den Raubmöwen gibt es am Freitag ab 19.45 Uhr LIVE bei HL-SPORTS. Das FanRadio meldet sich dann aus der Sporthalle Owschlag. Hier geht es zum Livestream.

Apropos Pia Dalinger: die Zweitjüngste im Raubmöwen-Team hat ihr Debüt in der Jugend-Nationalmannschaft gut hinter sich gebracht. Im ersten von drei Spielen gegen Frankreich reichte es für das Team zu einem 25:25. Dalinger stand dabei 30 Minuten auf der Platte, wurde sowohl im Angriff wie auch in der Abwehr gesetzt und erzielte ein Tor. Ein guter Auftakt für die 16-Jährige in ihre (hoffentlich lange) Länderspielkarriere.
 
 
 
 

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