Pflichtsieg der Raubmöwen

Jetzt ist sie offiziell, die neue Homepage der Raubmöwen. Die Verantwortlichen von Jamp und den Raubmöwen gaben in der Halbzeitpause des Spieles Raubmöwen gegen die SV Brandenburg West den Startschuss.
Travemünde – Das Spiel gegen Schlusslicht Brandenburg-West mit 28:24 (11:14) gewonnen, Tabellenführung verteidigt. Nicht mehr und nicht weniger. Die Leistung gegen den Außenseiter war in der ersten Halbzeit war schlichtweg enttäuschend, nach dem Seitenwechsel nüchtern souverän. Nach dem grandiosen Erfolg in Leipzig glich die Leistung des TSV Travemünde eher einem Rückschritt als der von Coach Thomas Kruse geforderten Weiterentwicklung der Mannschaft. Zählen tut letztendlich das nackte Ergebnis, und das brachte dem Team um Kapitänin Leonie Wulf weitere zwei Punkte, jetzt sind es schon 18:4. Davon kann der von Marcel Wiesner trainierte SV 63 Brandenburg-West nur träumen. Ein Unentschieden aus jetzt elf Partien sind die bisherige magere Ausbeute.

Die schnelle 2:0- beziehungsweise 3:1-Führung (Laura Riehl, Frederikke Lærke und Karen Wessoly trafen) schien tatsächlich die nötige Sicherheit zu geben, die Gäste auf Abstand zu halten. Doch allen Einschwörungen zum Trotz bewahrheitete sich das Phänomen, dass das Unterschätzen eines vermeintlich schwächeren Gegners im Hinterkopf nicht immer zu vollen 100 Prozent ausgeschaltet wird. Diesen Eindruck vermittelten die Raubmöwen in der Folgezeit. Plötzlich stand es 3:6, auf der Travemünder Trainerbank blieb es (noch) ruhig.

Der von Lærke mit einem selbstbewussten Heber verwandelte Siebenmeter zum 6:7 (15.) hätte ein Signal sein sollen. Jedoch nicht in dieser ersten Halbzeit; die Fehler nahmen nicht ab, sondern unübersehbar zu. Mit der Ruhe an der Seitenlinie war es vorbei, selten erlebten die heute 170 Zuschauer am Steenkamp einen so aufgebrachten und lautstarken Thomas Kruse. Und dessen Verbalattacken stießen keineswegs nur in Richtung des schwachen Schiedsrichtergespanns. Auch die zwischenzeitliche Herausnahme Laura Riehls, die wieder an ihrer Schulter behandelt werden musste, trug nicht zur Sicherheit des TSV bei. In der 18. Minute lag Travemünde mit 6:11 zurück, sieben Minuten später noch einmal mit 9:14. Ob der aufopferungsvoll kämpfende und immer mehr motiviert erscheinende Tabellenletzte SV 63 an sein Limit gehen musste, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Die 14:11-Pausenführung hatten sich die Schützlinge von Marcel Wiesner auf jeden Fall redlich verdient. Der Abstand ließ aus Raubmöwen-Sicht natürlich alle Optionen offen.

In der Kabine fand Kruse die passenden Worte, auch wenn der TSV beim 12:16 (33.) noch einmal mit vier Treffern zurückliegen sollte. Eine schnelle Torfolge durch Malin Stammer, Katharina Naleschinski, Frederikke Lærke und Leonie Wulf leitete die Wende in Richtung Travemünder Sieg ein. Ulrike Kuhlmey sollte mit einem weiteren verwandelten Siebenmeter Brandburgs letzte Führung zum 16:17 (38.) herbeiführen. Karen Wessoly (Foto) steuerte mit dem 18:17 die erste Führung der zweiten Hälfte bei. Bis zum 19:19 (42.) mobilisierten die Gäste noch letzte Kräfte, dann aber sollte sich der Favorit durchsetzen. Konzentration und Kraft auf Brandenburger Seite ließen nach. Es war alles andere als berauschend, was die Raubmöwen in der Schlussphase leisteten, aber es reichte aus, das Programm so herunter zu spulen, dass am Ende ein Pflichtsieg stand. Denn mehr war es nicht, was die Raubmöwen heute zu Stande brachten. Auch ohne die am Daumen verletzte Franziska Haupt durfte bei diesem Tabellenstand ein anderes Spiel erwartet werden.

Nach dem Spiel war Gästetrainer Marcel Wiesner recht zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft: „Wir wollten uns nicht abschießen lassen, das ist uns mit dem 24:28 gelungen. In der ersten Halbzeit haben wir genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Das wurde mit einer Dreitore-Führung belohnt. Später fehlten uns dann leider die nötige Konzentration und Kraft, um hier wirklich bestehen zu können. Hätten wir die heutige Leistung in den letzten Wochen abgerufen, stünden wir jetzt besser dar."

Travemündes Co-Trainerin Tanja Volkening: „Die von uns ganz klar definierten Vorgaben wurden in der ersten Hälfte überhaupt nicht umgesetzt. In der Pause waren Thomas Worte sehr ruhig, dafür aber umso intensiver. Mehr war auch gar nicht nötig, die Spielerinnen wussten, was von ihnen verlangt wurde.

Abschließend Frederikke Lærke: „Das war heute wirklich schlecht. Für mich zählt jetzt erst einmal, dass wir gewonnen haben.“

Auf der anschließenden Mannschaftsfeier direkt in der Senator-Emil-Possehl-Halle stieg das Stimmungsbarometer dann aber schnell wieder an.

Die Raubmöwen spielten mit: Röhr, Pooch – Wulf (5), R. Gahl, Krey, Stammer (5), Riehl (4), Naleschinski (3), Schmidt, Lærke (7/3), Kieckbusch, Eder, Wessoly (4), H. Gahl
 
 
 
 

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