Nordexpress vs. Raubmöwen: Ein Duell auf Augenhöhe

Lübeck – Auch fast eine Woche danach ist sie immer noch greifbar, die große Erleichterung, die im Lager der Travemünder Raubmöwen nach dem überraschenden und nicht weniger wichtigen 26:24-Sieg über den TV Oyten herrscht. Dass die TSG Wismar zeitversetzt dazu mit dem 27:26 in Rostock zusätzliche Schützenhilfe leistete, komplettierte das erfolgreiche Wochenende.

Der Sieg gegen Oyten versetzt den TSV Travemünde in die Lage, die morgige Auswärtsfahrt ins etwa 180 Kilometer entfernte Nord Harrislee um einiges entspannter anzutreten. In der Holmberghalle erwartet der heimische Nordexpress die Raubmöwen. Ein Duell, das vor noch gar nicht allzu langer Zeit zu den Klassikern in der 2. Bundesliga zählte. Mittlerweile hat sich einiges geändert. Sowohl Nord Harrislee als auch Travemünde legen ihren Fokus darauf, sich im Drittligahandball zu etablieren. Ganz unabhängig davon, in welcher Liga die beiden Teams nun auflaufen: Diese Paarung wird immer ihren Reiz haben. So sieht es auch Luisa Kieckbusch, die selbst lange für die Raubmöwen auf Punktejagd ging: „Das wird ein heißer Ritt und ein enges Spiel. Aber wenn wir unsere Leistung abrufen und vorne viel Laufbereitschaft zeigen, werden wir am Ende ein Tor mehr werfen.“

Vorbereitet haben sich Luisa Kieckbusch und der Rest des TSV Nord Harrislee unter anderem mit dem Videostudium des Travemünder Sieges gegen Oyten: „Mir persönlich bringt das schon einiges, da ich einige der Mädels ja schon länger kenne.“

Auch Raubmöwen-Trainer Olaf Schimpf erwartet eine Begegnung auf Augenhöhe: „Ich denke, dass wird eine offene Partie, in die wir ohne Druck rein gehen können nach dem Punktgewinn gegen Oyten. Es sind alle fit, wir freuen uns auf das Spiel.“

Wenn die Raubmöwen mit einer ähnlich überzeugenden Abwehrleistung aufwarten wie zuletzt gegen Oyten und Spielerinnen wie Pia Dalinger oder Malin Stammer (auf dem Foto links) einen ebenso effektiven Angriffsdruck aufbauen, stehen die Chancen auf den zweiten Auswärtssieg der Saison gar nicht so schlecht.

In der Tabelle liegen der Nordexpress und die Raubmöwen punktgleich auf Rang acht beziehungsweise neun. Ein Blick auf die Tabelle macht deutlich, dass sich der Gewinner dieses Duells zwar noch nicht aller Sorgen entledigt hat, er aber allemal tief durchatmen darf. Das Hauptaugenmerk im Kampf um den Klassenerhalt liegt auf dem Rostocker HC, der sich mit vier Zählern Rückstand auf Nord Harrislee und Travemünde noch lange nicht aufgegeben hat. Allerdings hat Ute Lemmel als Trainerin der Dolphins das Problem, dass sich kürzlich mit Maria Wurlitzer und Josephine Schulz gleich zwei Leistungsträgerinnen verletzt haben und in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen werden. Um der angespannten Personalsituation entgegenzuwirken, wurde kurzfristig Rückraumspielerin Julia Weng verpflichtet. Diese spielte zuvor unter anderem für die TSG Wismar.

Während der Rostocker HC seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt noch ein Stück weit realistisch sehen kann, dürfte das beim TuS Jahn Hollenstedt und der HSG Hude/Falkenburg ein wenig anders aussehen. Beide Mannschaften treten im Tabellenkeller mit je nur zwei Zählern auf der Stelle und erweckten bisher nicht den Eindruck, das Feld von hintern aufräumen zu können.

Wie dem auch sei, in allererster Linie werden der TSV Nord Harrislee und der TSV Travemünde den Blick auf sich selbst richten und versuchen, noch möglichst viele Erfolgserlebnisse zu feiern.
 
 
 
 

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