Niederlage in Buxtehude: Raubmöwen nicht clever genug

Buxtehude – Wieder war es ein couragierter Auswärtsauftritt der Travemünder Raubmöwen, doch wieder gab es am Ende keine Punkte zu holen. Beim Buxtehuder SV II unterlag die Mannschaft von Olaf Schimpf und Thomas Hartstock nach hartem Kampf mit 28:29 (17:15) und kassierte in diesem Jahr die dritte Auswärtsniederlage in Folge. Unter dem Strich müssen sich die Raubmöwen die Niederlage aber selbst zuschreiben, zu unclever und überhastet agierten sie vor allem in der engen Schlussphase.

Allerdings verschliefen die Travemünder Mädels den Start in das Spiel völlig. Buxtehude, durch Abstellungen an die erste Mannschaft und Verletzungen arg ersatzgeschwächt und mit nur acht Feldspielerinnen am Start, dominierte die Anfangsphase. Allerdings wurden ihnen dies durch die Raubmöwen leicht gemacht; technische Fehler paarten sich mit schwachen Abschlüssen und einer schwachen Defensive. Die Konsequenz war eine 5:0-Führung der Gastgeberinnen nach sechs Minuten und eine frühe Auszeit von Olaf Schimpf.

Das „Aufwecken“ durch Schimpf schien gefruchtet zu haben, binnen zwei Minuten verkürzten die Raubmöwen auf 5:3. Doch das Juniorteam des amtierenden Pokalsiegers behielt seinen Vorsprung, vor allem weil die zuletzt hochgelobte Deckung aus Travemünde nur ein Schatten ihrer selbst war. Besonders Lotta Heinrich, mit zehn Toren beste Werferin der Partie, stellte die Abwehr um Laura Neu und Steffi Schöneberg immer wieder vor große Probleme. Dazu bekam Lorena Jackstadt -von ihrer Defensive oftmals sträflich im Stich gelassen- im Tor kaum eine Hand an den Ball, so dass es eine vier-Tore-Führung nach 21 Minuten Bestand hatte (14:10).

Doch ein Torwartwechsel (Hannah Belgardt für Jackstadt) ließ dann einen Ruck durch die Raubmöwen-Mannschaft gehen. Der Mittelblock stand besser und ermöglichte Ballgewinne, vorne sorgte Lara Kieckbusch fast im Alleingang für den Anschluss. Die Travemünder Außen traf dreimal in Folge und verkürzte auf 13:14 (25.), Freya Welchert sorgte für den Ausgleich. Zwar ging Buxtehude wieder in Führung, doch die Schlussminuten der ersten Halbzeit gehörten den Raubmöwen. Erneut Kieckbusch markierte den 17:15-Halbzeitstand.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verspielten der TSV dann seinen Vorsprung. Ein verworfener Siebenmeter und Unkonzentriertheiten im Überzahlspiel sorgten dafür, dass der BSV in der 34. Minute ausgleichen konnte und 36 Sekunden später durch Katharina Meier mit 19:18 in Führung ging. Das Spiel blieb eng, Buxtehude legte vor, doch dank einer starken Belgardt im Tor blieben die Raubmöwen dran. Malin Stammer sorgte mit dem 23:22 (42.) gar wieder für eine TSV-Führung, mit Steffi Schoenebergs 25:23 (46.) war Travemünde sogar mal wieder zwei Tore vor. Doch fehlender Clevernis im Angriff, Unkonzentriertheiten, schwache Abschlüsse und auch Pech mit dem Aluminium sorgten dafür, dass Buxtehude im Spiel blieb. Viel mehr: die BSV-Reserve dreht die Partie wieder, Lisa Borutta sorgte für das 26:25 (49.), ehe Nathalie Axmann sogar für eine zwei-Tore-Führung sorgte (28:26/56.). Aber die Raubmöwen kämpften, glichen durch Pia Dalinger zum 28:28 aus (59.) und hätten nach einem Ballverlust von Buxtehude sogar die Chance gehabt alles klar zu machen. Doch Laura Neu prallte der Ball an den Fuß, so dass Franziska Stöver zum 29:28-Siegtreffer traf. Der TSV kam zwar nochmal zu einem Abschluss, doch Stephanie Lukau, während des gesamten Spiels ein sicherer Rückhalt ihrer Mannschaft, verhinderte den Ausgleich.

Unter dem Strich muss man konstantieren, dass die Niederlage für die Raubmöwen unnötig wie ein Kropf war. Mehrfach hatten sie die Chance, das Pendel zu ihrer Seite ausschlagen zu lassen, doch verwarfen dann beispielsweise beide Siebenmeter. Trainer Olaf Schimpf nahm seine Mannschaft nach dem Spiel aber in Schutz: „Ich finde, dass wir gut gespielt haben und nach dem frühen Rückstand sehr gut zurückgekommen sind. Leider fehlten uns auf Grund der Verletzten hinten heraus die Körner, in der ein oder anderen Situation waren wir auch nicht clever genug. Es war mehr drin, aber es hat einfach nicht gereicht.“

Nun haben die Raubmöwen eine Woche Zeit ihre Wunden zu lecken. Am kommenden Samstag kommt mit dem Tabellenzweiten SV Henstedt-Ulzburg dann ein echter Kracher an den Travemünder Steenkamp.

Raubmöwen spielten mit: Belgardt (8 Paraden), Jackstadt (4), Patalas – Schoeneberg (4 Tore), Stammer (4), Nicolai (4), Hartstock (2), Karau, Kieckbusch (5), Welchert (1), Dalinger (5), Jochims (2), Neu, Hani (1)
 
 
 
 

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