Nah dran, aber doch keine Punkte für die Raubmöwen

Lübeck – Sie waren wieder nah dran, doch am Ende reichte es für die Handballfrauen des TSV Travemünde wieder nicht zu einer Überraschung. Gegen den Liga-Favoriten SV Henstedt-Ulzburg unterlagen die Raubmöwen trotz einer Aufholjagd in der zweiten Hälfte mit 22:28 (11:17). Beste Werferin auf Seiten von Travemünde war Lara Fischer mit sieben Treffern. Doch neben der Niederlage haderten die Raubmöwen mit den Schiedsrichtern, die vor allem in der zweiten Hälfte eine entscheidende Rolle spielen sollten.

Doch von Beginn an: Henstedt-Ulzburg bestimmte die Anfangsphase der Partie, zeigte sich gut in der Defensive und bissig im Angriff. Die Folge war das schnelle 4:1 durch Marleen Völzke (7.). Christoph Nisius nahm die Auszeit, doch wirklich ins Spiel kamen seine Raubmöwen auch in der Folge nicht. Schnell zogen die Frogs Ladies auf 7:2 durch Tina Pejic davon (11.). Erst danach schafften es die Raubmöwen zu verkürzen, Aleksandra Adamczewska traf zum 5:8 (16.).

Insgesamt bestimmte der Favorit vom SVHU die erste Halbzeit. „Wir haben defensiv nicht den richtigen Zugriff bekommen“, meinte Nisius zu den ersten 30 Minuten. So zog der Tabellenfünfte das Tempo wieder an und Ex-Raubmöwe Karen Wessoly sorgte mit dem 11:6 (19.) wieder für einen Fünf-Tore-Vorsprung. Die höchste Führung erzielte Marleen Völzke per Siebenmeter zum 16:9 (26.), ehe es dann mit einem 11:7 in die Kabinen ging.

In dieser fand Raubmöwen-Coach Nisius wohl die richtigen Worte, denn seine Mädels kamen wie verwandelt aus der Kabine und angeführt von einem starken Rückraum arbeitete sich der TSV heran. Lara Fischer verkürzte auf 14:18 (35.), ehe fünf Travemünder Tore in Serie sogar den Ausgleich brachten. Lara Kieckbusch traf zum 19:19 (42.) und die Halle stand Kopf, dazu nahm Henstedt-Ulzburg eine Auszeit.

Diese schien zu fruchten, denn Annika Jordt und Marleen Kadenbach sorgten wieder für eine Führung der Frösche (21:19/46.). Dann übernahmen die Schiedsrichter das Kommando auf der Platte und das Duo Klinke/Klinke legte speziell in dieser Phase allzuviele Entscheidungen zu Ungunsten der Raubmöwen aus. Siebenmeter hier, Siebenmeter da, dazu eine zumindest diskussionswürdige Zwei-Minuten-Strafe gegen Pia Dalinger und eine (berechtige) Rote Karte gegen Kieckbusch sorgten dafür, dass die Partie zu Gunsten des Favoriten kippte. „Meine Mannschaft ist jetzt nicht dafür bekannt, überhart zu spielen“, haderte Nisius mit den Entscheidungen. Wenig verwunderlich: vier Strafzeiten plus die Rote Karte auf Travemünder Seite gegenüber einer für Henstedt, dazu zehn Siebenmeter für die Gäste. Es machte nur ein Wort zur Leistung der Unparteiischen die Runde: katastrophal!

Die Frogs Ladies nutzen die sich ihnen bietenden Gelegenheiten dann auch aus. Trotz einer starken Leistung von Lina Pooch im Raubmöwen-Kasten und zwei gehaltenen Siebenmetern von Jiline Lange kam die Henstedter Offensivmaschinerie ins Laufen. Weitere sechs Tore in Serie sorgten für die Entscheidung mit dem 27:19 durch Kristin Bahde (56.). Die Raubmöwen gaben aber nicht auf. „Kämpferisch war das wieder eine tolle Vorstellung der Mädels“, zollte auch Nisius sein Lob. So hielt sich die Niederlage am Ende in Grenzen. Adamczewska markierte den letzten Treffer zum 22:28.

„Natürlich geht der Sieg in Ordnung“, sagte Nisius nach dem Spiel zu HL-SPORTS: „Und meine Mannschaft hat gesehen, woran sie speziell in der Deckungsarbeit noch arbeiten muss. Gegen diesen Gegner müssen wir die Punkte nicht holen, auch wenn wir wieder dran waren und die Niederlage zu hoch ausfällt.“

Nun geht die Reise der Raubmöwen in der kommenden Woche nach Ostwestfalen. Dann treten sie bei Aufsteiger HSV Minden-Nord an, der zuletzt dreimal in Serie verlor.

Raubmöwen spielten mit: Lange, Pooch, Patalas – Fischer (7 Tore/4), Reich, Adamczewska (5), Riesner, Karau (1), Kieckbusch (1), Welchert (1), Dalinger (1), Popiol (4), Frauenschuh (2)
 
 
 
 

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