Krampf statt Kampf

Lichtblick in Travemünde: Laura Riehl wirft beim 22:25 elf Tore — die halbe TSV-Miete. © Felix König
Lübeck. Ernüchterung statt Euphorie, Tristesse statt Zuversicht: Die Stimmung in der „Steenkamp-Hölle“ war nach 60 konfusen Zweitliga-Spielminuten nicht nur beim Gros der 190 Handballfans dem Gefrierpunkt nahe. Nach dem 22:25 (12:14) der Travemünder Frauen gegen den Mitaufsteiger SG Herrenberg räumte auch TSV-Teammanager Frank Barthel kopfschüttelnd ein: „Ich bin erst einmal ziemlich sprachlos. Vor allem unser Angriff hat so viele Fehler produziert, wie es sich für ein Zweitliga-Team eigentlich nicht gehört.“

Tatsächlich drückten nicht die personell komplett bestückten Gastgeberinnen dieser richtungweisenden Partie den Stempel auf, sondern die zahlenmäßig klar unterlegenen, mit nur zehn Feldspielerinnen angereisten Gäste aus Baden-Württemberg.

So frohlockte SG-Coach Hagen Gunzenhauser nach dem zweiten Auswärtssieg auch: „Wir mussten nach dem Jochbeinbruch unserer Spielmacherin Saskia Patzke unter der Woche zwar improvisieren, haben das aber vor allem in der zweiten Halbzeit mit einem starken Mittelblock richtig gut hinbekommen.“

Der Elan der „Raubmöwen“ war bereits nach der 2:0-Führung (2.) durch Laura Riehl und „Franzi“ Haupt verpufft, nachdem Vivien Bartlau den ersten Siebenmeter vergeigt hatte und die Gäste eiskalt zum 2:5 (10.) konterten. Zwar kämpften sich die punkt- und in vielen Abwehraktionen auch glücklosen Gastgeberinnen noch einmal auf 11:11 (26.) heran, mussten zur Pause aber neben einem 12:14-Rückstand auch bereits die zweite Zeitstrafe für Haupt quittieren, so dass die Linkshänderin nach dem Seitenwechsel fast nur noch im Angriff eingesetzt werden konnte. Trotz aller technischen Unzulänglichkeiten war Travemünde dann über ein 15:15 (37.) noch bis zum 19:20 (48.) auf Augenhöhe, ehe ein weiterer fataler Fehlpass nebst „Strafwurf-Fahrkarte“ im nächsten Angriff das vorentscheidende 19:23 (56.) produzierte. Nach dem 20:25 (59.) konnten Riehl und Haupt — mit dem ersten und einzigen (!) Travemünder Gegenstoß-Tor 15 Sekunden vor Ultimo — nur noch Kosmetik betreiben.

Travemünde: Vogel, Kranich - Riehl (11), Lærke (5), Haupt (5/1), Jordt (1), Wulf, Bartlau, Krey, Stammer, Naleschinski, Stapelfeldt, Wessoly, Schmidt.

Beste SG-Werferin: Schröder (9/3).

Siebenmeter: 1/3 - 3/3. Zeitstrafen: 5 - 5.

Spielfilm: 2:0 (2.), 2:5 (10.), 5:8 (16.), 7:10 (21.), 11:11 (26.), 11:14 (30.), 15:15 (37.), 15:17 (40.), 16:19 (42.), 19:20 (48.), 19:23 (56.), 20:25 (59.), 22:25 (60.).
 
 
 
 

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