Ist Bensheim für die Raubmöwen eine Reise wert?

Lübeck – Jetzt gibt es nichts mehr zu rütteln: seit dem letzten Wochenende sind die Handballfrauen des TSV Travemünde endgültig abgestiegen und werden im kommenden Jahr den Gang in die Drittklassigkeit antreten müssen. Nun heißt es, in vier Spielen Abschied nehmen und sich teuer verkaufen. Dazu soll idealerweise die Rote Laterne des Tabellenletzten abgegeben, am Besten schon am Samstag nach dem Spiel bei der HSG Bensheim Auerbach. Doch ist Bensheim eine Reise wert?

Nach den letzten beiden Auftritten fehlt so wirklich der Glaube, dass es den Raubmöwen gelingt, den letzten Platz noch einmal abzugeben. Offensiv ist die Fehlerquote unverändert hoch, dazu fehlt die verletzte Laura Riehl (Daumenbruch) im Aufbau an allen Ecken und Enden. Hinzu kommt, dass die Abwehr seit dem Jahreswechsel eine einzige Katastrophe ist. 26,3 Tore kassierten die Raubmöwen in den Spielen vor Weihnachten, seit dem Jahreswechsel sind es im Schnitt mehr als 30 Gegentreffer pro Partie. Natürlich sind die Masse der Fehler in der Offensive genauso dafür verantwortlich wie die Verletztenmisere, aber auch der Abwehrblock selbst steht nicht immer sattelfest, und die Torhüterinnen stehen aktuell zu oft auf verlorenem Posten.

Dass es nun ausgerechnet gegen den Bundesliga-Absteiger HSG Bensheim Auerbach besser werden wird, darf zumindest angezweifelt werden. Die Handball-Flames, vor der Saison als Aufstiegsfavorit gehandelt, halten sich vor allem dank ihrer Heimstärke in der Spitzengruppe. Acht von zehn Heimspielen wurden gewonnen, nur das Spiel Spitzenreiter und „so gut wie“-Aufsteiger SGH Rosengarten-Buchholz ging verloren. Allerdings dürften sich die Bensheimerinnen den Aufstieg in der letzten Woche beim 23:29 in Allensbach vermiest haben.
Ob die Mannschaft um die litauische Alt-Internationale Ingrida Bartaseviciene den Aufstieg schon ad acta gelegt hat, ist Spekulation, aber vor heimischem Publikum werden sich die Südhessinnen keine Blöße gegen das Schlusslicht geben wollen.

Dass die Raubmöwen durchaus in der Lage sind, Bensheim zu ärgern, zeigte das Hinspiel. Da führten die Travemünderinnen lange Zeit und verloren die Partie erst in der Schlussphase mit drei Toren; eine Niederlage, welche Trainer Thomas Kruse nach dem Spiel als „unnötig hoch acht“ bezeichnete.

 

 
 

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