Die Zweitliga-Rückkehr verpatzt

Enttäuschung: Katharina Naleschinski nach der Niederlage gegen Rosengarten. © Felix König
Lübeck. Schlusspfiff in der Steenkamphalle — und Malin Stammer hatte Tränen in den Augen. Die Handball-Frauen des TSV Travemünde haben ihre Rückkehr in die 2. Liga verpatzt. Drittes Spiel, dritte Niederlage. Auch nach dem Nordderby gegen die SGH Rosengarten schlichen die Raubmöwen vom Feld, mussten nach dem 18:23 (10:9) mit ansehen, wie sich die Gäste von ihren 60 mitgereisten Fans feiern ließen.

Trainer Thomas Kruse wollte seiner Mannschaft aber „keinen Vorwurf machen. Wir wurden zu einhundert Prozent klar benachteiligt.“ Wie schon nach dem Heimspiel gegen Haunstetten (21:22) nahm er die Schiris ins Visier: „Wenn die keine Lust haben, zweite Liga zu pfeifen, dann sollen sie doch zu Hause bleiben.“

Vor 293 Zuschauern waren die Raubmöwen lange auf Flughöhe, vor allem bis zur Pause. Im Blickpunkt: die Torhüterinnen. Sowohl Mareike Vogel als auch Svenja Louwers zwischen den SGH-Pfosten boten eine überragende Partie. Und: Der Kruse-Schachzug Rosengarten-Regisseurin Lisa Prior (ehemalige Travemünderin) durch Franziska Haupt als vorgezogene Spitze aus dem Spiel zu nehmen, ging auf. Karen Wessoly sorgte für die erste Führung (6:5/20.), Linksaußen Katharina Naleschinski per Doppelschlag kurz vor der Pause in Unterzahl sogar für zwei Treffer Differenz (10:8).

Alles lief gut, alles nach Plan. Teammanager Frank Barthel war zuversichtlich: „Das wird. Wir müssen in der zweiten Halbzeit nur die Intensität hochhalten.“ Das ist den Raubwöwen nur bedingt gelungen. Rosengarten drehte in kurzer Zeit das Spiel, ging wieder in Front (14:13/37.) Die Partie wurde nun hektischer. Travemünde war zudem im Pech: Nach einem Wulf-Pfostentreffer kassierten die Raubmöwen im Gegenzug das 15:18 (46.). Alles vorbei? Nein. Vogel hielt mit Paraden ihr Team im Spiel, und nach drei Treffern in Folge (Haupt, Laerke, Haupt) war acht Minuten vor Schluss beim 18:18 alles wieder offen. Die Raubmöwen nun aber flügellahm: Fehler beim Wurf und im Abspiel, dazu umstrittene Stürmerfouls, die zur Aberkennung zweier Treffer führten. In den letzten acht Minuten lief nichts mehr. Der Knockout: Haupt scheiterte beim Stand von 18:21 drei Minuten vor Schluss per Siebenmeter.

„Das war kein Rückschritt, wir haben teilweise unclever gespielt. Das Manko lag im Angriff“, meinte Coach Kruse, während Luisa Kieckbusch bei ihrem Abschied (wechselt aufgrund des Studiums nach Harrislee) eine Träne verdrückte: „Wehmut ist schon dabei. Ich komme in jedem Fall zurück, wünsche dem Team viel Glück.“ Die Raubmöwen können es brauchen.

Die Statistik zum Spiel Travemünde: Vogel, Kranich — Haupt (4/1), Wessoly (4), Riehl, Buhl Laerke (je 3), Naleschinski (2), Stapelfeldt (1/1), Wulf (1), Jordt, Krey, Bartlau, Schmidt.

Rosengarten: Louwers, Knust — Heusdens (7/2), Schilk (5), Luschnat (3), Nendza, Lamp, Steinfurth (je 2), Kaiser, Prior (je 1), Gräser, Schneider.

Siebenmeter: TSV 2/3 — SGH 2/4.
Zeitstrafen: TSV 5 — SGH 2.
Spielverlauf: 0:3 (6.), 2:3 (9.), 4:4 (13.), 6:5 (20.), 10:8 (30.), 10:9 (HZ), 11:9 (32.), 13:11 (35.), 13:13 (36.), 13:14 (37.), 15:18 (46.), 18:18 (52.), 18:23.
 
 
 
 

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