Abstiegsfight gegen Hude: Raubmöwen wissen, worum es geht

Lübeck – Die vergangenen Wochen liefen nicht gut für die Travemünder Raubmöwen. Eine Serie von fünf Niederlagen und ebenso viele Spiele mit weniger als 20 Toren. In der Tabelle steht der TSV derzeit auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, hat aber nur noch zwei Zähler Vorsprung auf den Rostocker HC.

Das alles ist nicht einfach so auszublenden. Und doch muss genau dieses spätestens am Samstag um 16.30 Uhr geschehen, wenn am heimischen Steenkamp das so wichtige Duell gegen das Tabellenschlusslicht HSG Hude/Falkenburg angepfiffen wird. Während die Situation des TSV Travemünde wenigstens als kritisch zu bezeichnen ist, steht Hude bereits mit dem Rücken zur Wand. In seinen bisher neun Anläufen ging der Aufsteiger ausnahmslos leer aus. Vor knapp zwei Wochen hätte es fast geklappt, als die HSG denkbar unglücklich mit 23:24 beim Mitaufsteiger und ebenfalls stark vom Abstieg bedrohten Rostocker HC unterlag. Für das Spiel Travemünde gegen Hude/Falkenburg dürfen also beide Teams für sich beanspruchen, dass es um sehr viel, wenn nicht gar schon alles geht.

Die Drucksituation ist im Lager der Raubmöwen durchaus ein Thema. Mit diesem muss und kann die jüngste Mannschaft der 3. Bundesliga Nord Meinung von Trainer Olaf Schimpf umgehen: „Wir haben jetzt zwei sehr wichtige und Richtung weisende Wochenenden vor uns. Morgen mit dem TSV Travemünde gegen Hude und eine Woche später mit der A-Jugend des VfL Bad Schwartau die Bundesliga-Runde in Leverkusen. Es geht um sehr viel, und das wissen die Mädels und wir alle.“

Um für ein wenig Entlastung zu sorgen, wurde das gestrige Training ausgesetzt. Heute Abend wird sich dann in aller Ruhe und konzentriert auf die wichtige Aufgabe gegen Hude vorbereitet. Ein Handballfest sollte morgen nicht erwartet werden. Das ist aber auch allenfalls zweitrangig. Es zählt dieses Mal wirklich nur das Ergebnis. Und wenn es am Ende zum sechsten Mal weniger als 20 Tore gibt, ist auch das gleichgültig, so lange es gegenüber Hude zu mindestens einem mehr reicht.

Wenn es nach dem Willen der HSG Hude/Falkenberg gegangen wäre, hätte es eine Neuansetzung der Partie im neuen Jahr gegeben. Grund dafür sind eine Vielzahl von verletzungsbedingten Ausfällen, die das Team um die beiden Trainer Thorsten Stürenburg und Werner Bokelmann zu beklagen hat. So würden dem Tabellenletzten in Travemünde gleich sechs Spielerinnen fehlen. Über die Homepage der HSG beziehungsweise aus einem Bericht der Online-Ausgabe der Nord-West-Zeitung erhielten die Travemünder Verantwortlichen Kenntnis davon, dass eine Spielverlegung in Hude ein konkretes Thema sei. Danach ging die offizielle Anfrage dann auch beim TSV Travemünde ein und wurde aus mehreren Gründen abgelehnt. Team-Manager Christian Görs: „Das gibt es zum einen den ohnehin schon engen Terminkalender. Die von der HSG Hude/Falkenburg vorgeschlagenen Termine liegen entweder an einem Bundesliga-Wochenende des VfL Bad Schwartau oder an Tagen, an denen uns die Steenkamp-Halle nicht zur Verfügung steht. Wie zum Beispiel am Wochenende 9. und 10. Januar 2016. Und Spiele unter der Woche kommen für uns nicht mehr in Frage. Unsere Mädels haben nun einmal mit einer Mehrfachbelastung zu kämpfen. Da sind die Raubmöwen, die A-Jugendbundesliga und natürlich auch die Oberliga mit dem VfL Bad Schwartau. Zudem gibt es eine Reihe von Schülerinnen, die jetzt in die Phase der Vorabitur-Arbeiten gehen. Bei allem Verständnis für die schlimme Huder Personalsituation: Wir können dieses Spiel nicht absagen beziehungsweise verschieben.“

Olaf Schimpf und sein Trainerpartner Thomas Hartstock müssen auf folgende Spielerinnen verzichten: Jeannine Bollmann, Carlotta Jochims und Jamila Popiol (alle verletzt) sowie Torhüterin Lorena Jackstadt (beruflich verhindert).
 
 
 
 

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